• 11.08.2017
  • 17:37 Uhr

Extremwetter in Italien, Portugal und Deutschland

Wetter-Katastrophen könnten bis zum Jahr 2100 verheerende Auswirkungen haben.

Das Wetterchaos in Europa geht weiter. In Portugal wüten schwere Waldbrände, ausgelöst durch die seit Wochen anhaltende Rekordhitze mit Temperaturen bis zu 40 Grad.  Nach Angaben des Zivilschutzes sind allein im Zentrum des Landes, in der Stadt Abrantes, 650 Feuerwehrleute vor Ort. Dort brach das größte Feuer aus. Am Donnerstag bekämpften insgesamt 3000 Feuerwehrleute 80 Brände. Auch Griechenland ist geplagt von Wald-und Buschbränden, gegen die die Feuerwehr seit Tagen kämpft. Örtlich werden dort teilweise mehr als 40 Grad erreicht.

Mit dem Wetter-Gegenteil haben die Menschen in Italien und Tschechien zu kämpfen. Starke Unwetter mit Sturm und Regen sind über Norditalien hinweg gezogen, setzten Campingplätze an der Adriaküste unter Wasser und legten das Stromnetz im Nordosten des Landes lahm. Zahlreiche Bäume wurden entwurzelt und mehrere Menschen verletzt, unter anderem durch herumfliegende Gegenstände. In Ungarn sind mehr als 100.000 Haushalte ohne Strom, Züge fahren nicht mehr, die Straßen sind gesperrt. Die tschetschenische Feuerwehr musste seit gestern 700 Mal ausrücken. In Ungarn kostete ein herabstürzendes Hausdach einem Autofahrer sogar das Leben.

 

Wassermassen in Italien durch Unwetter
Im Ort Garessio im Piemont, Italien, wälzt sich eine Wasser- und Schlammlawine im Fluss Tanaro, der hier über die Ufer getreten ist. Der Klimawandel beeinflusst in vielen Regionen Europas das Eintreffen der Wasserhöchststände von Flüssen.

 

Auch in Deutschland und Österreich kann sich das Wetter nicht entscheiden. Mal lässt sich die Sonne blicken bei schwül-warmen Temperaturen, mal herrscht Dauerregen. In der Nacht zum Dienstag hat es Brandenburg getroffen – gesperrte Straßen, Stromausfälle, überflutete Keller. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes regnete es auf einem Streifen von der Prignitz bis nach Südbrandenburg in zwei Tagen wie normalerweise im ganzen Monat Juli. Im Burgenland und in Niederösterreich sind mehrere Zugstrecken aufgrund von Unwetterschäden unterbrochen. In Kärnten ist ebenfalls ein Campingplatz von schweren Regenfällen und Stürmen überrascht worden. Dabei sind offenbar mehrere Wohnwagen umgeworfen und drei Menschen durch herabfallende Äste verletzt worden.

Eine aktuelle Studie des Joint Research Centre der Europäischen Kommission zeigt auf, dass wetterbedingte Katastrophen bis zum Jahr 2100 etwa zwei Drittel der Europäer beeinträchtigen und sogar 80 000 bis 240 000 Menschen das Leben kosten könnten. Die Forschergruppe um Giovanni Forzieri veröffentlichte ihre Prognose in der Fachzeitschrift „The Lancet Planetary Health“. „Der Klimawandel ist eine der größten globalen Bedrohungen für die menschliche Gesundheit im 21. Jahrhundert“, sagte Forzieri.

Die Gluthitze in Europa und das andauernd stark schwankende Wetter könnten nur einige Folgen der aktuellen Klimaveränderungen sein. Fest steht: 2016 war das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Das hat jetzt die US-Klimabehörde NOAA in einem aufrüttelnden Report veröffentlicht. Weltweit gesehen war es das drittheißeste Jahr.

Doch es gibt nicht nur neue Hitzerekorde, sondern auch neue CO2-Werte, die seit 800.000 Jahren nicht mehr so hoch waren. Das haben Untersuchungen von Eisbohrkernen ergeben. Auch die Ozeane liefern Rekordwerte und klimatische Veränderungen. Durch das Wetterphänomen El Niño hat sich zum Beispiel der Pazifik erwärmt.  Zu weiteren Wetterextremen gehören auch immer mehr Dürren. Laut der NOAA gab es jeden Monat auf mindestens zwölf Prozent der Erdoberfläche schwere Dürren. Besonders hart getroffen habe es den Nordosten von Brasilien, Westbolivien und Peru, aber auch Westkanada.

„Die Erd- und Wassertemperaturen, der Meeresspiegel und die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre haben dabei die, erst im Jahr 2015, aufgestellten Rekorde gebrochen“, fasst die NOAA zusammen.

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