• 18.06.2017
  • 09:31 Uhr

Verheerender Waldbrand in Portugal kostet 62 Menschen das Leben

Der Brand ist inzwischen zum Teil unter Kontrolle - Portugal hat eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen.

Autos fahren am 18.06.2017 in Pedrogao Grande (Portugal) auf der Landstraße zwischen Castanheira de Pera und Figueiro dos Vinhos an einem ausgebrannten Auto vorbei.

Es ist einer der schlimmsten Waldbrände, der Portugal in den letzten Jahrzehnten heimgesucht hat. Pedrógao Grande, im Zentrum des Landes, ist bei Naturliebhabern ein beliebtes Reiseziel – nun ist das paradiesische Gebiet, das etwa 200 Kilometer von Lissabon entfernt ist, fast ausgebrannt. Grund dafür ist laut der Polizei ein Blitzschlag. Am Samstagnachmittag habe sich ein Gewitter über dem betroffenen Ort zusammengebraut, allerdings ohne Regen. „Alles deutet ganz klar auf natürliche Ursachen hin. Wir haben in Zusammenarbeit mit der Nationalgarde sogar den Baum gefunden, der von einem Blitz getroffen wurde“ so José Almeida Rodrigues, Direktor der Kriminalpolizei.

Inzwischen ist das Feuer zum Teil unter Kontrolle. Mindestens 62 Menschen sind ums Leben gekommen. Einige Dörfer waren von den Flammen komplett eingekesselt, die Menschen fanden keinen Weg nach draußen.

Ministerpräsident Antonió Costa ist geschockt vom „Ausmaß der Katastrophe“.

Die EU hat inzwischen ihre Hilfe zugesichert. „Es wird alles getan werden, um den Behörden und den Menschen in Portugal in dieser Zeit der Not zu helfen“, erklärte der zuständige EU-Kommissar Christos Stylianides am Sonntag. Die Nothilfekoordinierung der EU organisierte auf Bitten Portugals mehrere Löschflugzeuge – drei kamen aus Frankreich, Spanien schickte weitere.

30, der tot geborgenen Menschen, sind in ihren Autos verbrannt, als sie von den Flammen eingekreist wurden. Andere sind offenbar auf einem Friedhof an einer Rauchvergiftung gestorben. Außerdem werden Personen weiterhin vermisst. Viele Verletzte, darunter auch Feuerwehrmänner, wurden in ein Krankenhaus gebracht.

Die Flammen waren an vier Fronten aktiv, die Feuerwehr war mit 260 Männern und 80 Löschwagen im Einsatz. Die Löscharbeiten wurden allerdings massiv gestört durch starke Winde, durch die das Feuer auch auf den Nachbarort übergegriffen hatten.

Der Kreis Pedrógao Grande hat auf 128 Quadratkilometern nur etwa 4000 Einwohner, die sich dort zum größten Teil der Textil-und Landwirtschaft widmen. Die nahezu unberührte Natur mit ihren Lagunen und Stauseen lockt immer wieder Touristen, Wanderer und Wassersportler an.

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