• 16.06.2017
  • 08:05 Uhr

US-Haftbefehle gegen Erdogans Bodyguards

Ankara reagierte erbost und "lud" den US-Botschafter zu einem Gespräch ein.

Türkische Personenschützer schlugen unter den Augen US-amerikanischer Sicherheitskräfte auf Demonstranten ein.

Am 16. Mai war es am Rande eines Besuchs Erdogans in Washington vor der türkischen Botschaft zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Mitten drin: Personenschützer des türkischen Präsidenten. Gegen zwölf von ihnen haben die US-Behörden nun Haftbefehle erlassen.

 

 

Die Männer werden beschuldigt, auf Demonstranten losgegangen zu sein, wie die Polizei bei einer Pressekonferenz in Washington bekanntgab. Erdogan übte in Ankara scharfe Kritik an der Maßnahme und warf den amerikanischen Sicherheitskräften vor, ihn nicht beschützt zu haben.  „Was ist das für ein Gesetz, was ist das für eine Justiz?“, fragte er bei einer Ansprache zum Fastenbrechen.

Den Verdächtigen drohen nur bei einer Rückkehr Konsequenzen

Am gleichen Abend sei noch der US-Botschafter John Bass zu einem Gespräch ins türkische Außenministerium „eingeladen“ worden. Dem Diplomaten sei dabei übermittelt worden, dass der Erlass der Haftbefehle durch die US-Behörden falsch und parteiisch sei und dass die rechtliche Grundlage dafür fehle.

 

 

Eine Sprecherin des US-Außenministeriums sagte, die USA würden keinesfalls dulden, dass Einzelne Gewalt anwendeten, um die Redefreiheit und die Freiheit legitimer politischer Meinungsäußerung zu unterdrücken. Sie räumte aber auch ein, dass den Verdächtigen nur der Prozess gemacht werden könne, wenn sie in die USA zurückkämen.

Bei den Demonstranten hatte es sich nach Meinung Erdogans um Anhänger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen gehandelt. Elf Menschen waren bei den Handgreiflichkeiten damals verletzt worden, neun davon mussten im Krankenhaus behandelt werden.

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