• 25.04.2018
  • 13:31 Uhr

Lebenslang für U-Boot-Mörder

Das Gericht urteilte einstimmig, Peter Madsen muss lebenslang hinter Gitter.

Der U-Boot-Bauer Peter Madsen muss lebenslang, das heißt 15 Jahre in Haft. Das Kopenhagener Gericht verurteilte ihn für den Mord an der schwedischen Journalistin Kim Wall. Er hat sie offenbar an Bord seines U-Bootes zuerst gefoltert und dann getötet. Ihre zerstückelte Leiche warf Madsen anschließend ins Meer.

Madsen bekommt dafür die Höchststrafe. Laut der Richter habe Madsen die 30-jährige Journalistin auf seinem U-Boot „brutal“ gefoltert. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Madsen sie fesselte und mit spitzen Werkzeugen auf sie einstach. Eine genaue Todesursache konnte aber bis heute nicht festgestellt werden – Stücke ihrer Leiche wurden erst Tage und Wochen später aus dem Meer gefischt.

Weil man aber Stiche in den gefundenen Geschlechtsteilen feststellen konnte, gingen Richter und Staatsanwaltschaft bei ihrem Urteil davon aus, dass Madsen brutale Sexfantasien auslebte.

Das Urteil sei einstimmig gefallen.

„Lebenslänglich“ bedeutet in Dänemark eine Freiheitsstrafe von durchschnittlich 15 Jahren. Nur wenige Gefangene bleiben tatsächlich bis zum Ende ihres Lebens hinter Gittern.

  • 23.04.2018
  • 19:55 Uhr

„Er ist eine Gefahr für andere Menschen!“

Hat Peter Madsen die Journalistin Kim Wall in seinem U-Boot wirklich getötet?

Gewalt und Schmerzen sollen Peter Madsen sexuell erregen. Das sagte der Staatsanwalt heute in seinem Schlussplädoyer. Und weiter: Höchstwahrscheinlich habe der Kapitän die Journalistin Kim Wall in seinem selbstgebauten U-Boot gefesselt und enthauptet. Madsen müsse deshalb lebenslang hinter Gitter. Doch diese Forderung ließ Madsens Verteidigerin am Vormittag ziemlich kalt.

„Wir werden Freispruch beantragen, ganz den Aussagen meines Klienten entsprechend“, sagte Betina Hald Engmark der Presse vor dem Gericht in Kopenhagen. Denn ihr Klient beteuert, in der Nacht zum 11. August letzten Jahres sei die Journalistin an Bord erstickt, weil bestimmte Ventile nicht geöffnet waren. In Panik habe er dann die Leiche zerstückelt und über Bord geworfen. Also kein Sexualmord?

„Der Staatsanwalt konnte bisher nicht genügend Beweise dafür liefern,“ so Engmark weiter. Außerdem sei nicht ihr Klient in der Pflicht seine Unschuld zu beweisen, sondern der Staatsanwalt müsse seine Schuld eindeutig belegen. Nur konnten die Gerichtsmediziner eine genaue Todesursache der Journalistin nicht mehr feststellen. Die Leichenteile lagen zu lange im Wasser.

Der Staatsanwalt stützt sich bei seiner Forderung auf das Urteil der Psychiater, die halten Peter Madsen für gefährlich: „Weil Madsen sexuell schwer gestört sei, sei das Risiko groß, dass er in Zukunft ähnliche Verbrechen begehe.“

Was passiert sei, tue ihm sehr sehr leid – mehr sagte Madsen nicht in seinem Schlusswort. Am Mittwoch soll das Urteil fallen.

  • 08.03.2018
  • 16:04 Uhr

U-Boot-Prozess: Madsen leugnet Mord an Kim Wall

Staatsanwalt verliest zum Prozessauftakt die letzte SMS der schwedischen Journalistin.

Er galt als verrückt, aber genial – bis an Bord seines U-Bootes die Journalistin Kim Wall starb. Seit heute muss sich der Erfinder Peter Madsen in Kopenhagen wegen des Vorwurfs des Mordes an der schwedischen Journalistin vor Gericht verantworten. Gleich zu Beginn des ersten Prozesstages bestritt Madsen, die 30-Jährige umgebracht zu haben, er sprach von einem Unfall.

Wall sei demnach an Bord der „UC3 Nautilus“ erstickt. Er habe etwas reparieren wollen, habe deshalb einen Kompressor und zwei Motoren gestartet und sei durch ein Luk nach draußen geklettert. Er habe das Luk nicht wieder öffnen können, wohl weil sich ein Unterdruck im Boot gebildet habe. „Ich konnte Kim da unten rufen hören“, sagte der 47-Jährige. Erst nach einer Weile habe er das Luk wieder öffnen können. Ihm sei warme Luft entgegengekommen. Wall habe leblos im Boot gelegen.

Die Staatsanwaltschaft glaubt nicht an einen Unfall. Madsen hatte sich zuvor bei Verhören schon in Widersprüche verstrickt. Zuerst hatte er behauptet, Wall nach einer Tauchfahrt an Land abgesetzt zu haben. Dann gab er zu, dass sie an Bord starb. Ein schweres Luk habe sie am Kopf getroffen. Davon gab es am Schädel jedoch keine Spuren. Jetzt sprach er von der Möglichkeit einer Kohlenmonoxidvergiftung.

„Ich lebe übrigens noch – aber wir gehen runter! Ich liebe dich!!!!!!“

Hätte sich das U-Boot so rasant und  gewaltig aufgewärmt, wie von Madsen beschrieben, hätte dies laut Gutachtern Spuren an der Leiche hinterlassen müssen. Zum Prozessauftakt in Kopenhagen bekannte sich Madsen lediglich schuldig, die Leiche der jungen Frau zerteilt und über Bord geworfen zu haben. Auch zum Vorwurf des sexuellen Missbrauchs plädiere er auf unschuldig, sagte seine Anwältin vor Gericht.

Staatsanwalt Jakob Buch-Jepsen zeigte heute Walls letzte SMS, die sie am Abend des 10. August auf Englisch an ihren Freund geschickt hatte: „Ich lebe übrigens noch – aber wir gehen runter! Ich liebe dich!!!!!! Er hat Kaffee und Kekse mitgebracht.“ Etwa eine Viertelstunde danach sei ihr Telefon noch einmal kurz ins Internet gegangen. Das sei das letzte Lebenszeichen der 30-Jährigen gewesen, so Buch-Jepsen.

Die Staatsanwaltschaft wirft Peter Madsen vor, die schwedische Journalistin in dem selbstgebauten U-Boot gefoltert, mehrfach auf ihren Unterleib eingestochen und sie dann getötet zu haben. Sie fordert lebenslange Haft und Sicherungsverwahrung.

  • 09.10.2017
  • 12:39 Uhr

Kim Wall: Familie veröffentlicht Abschiedsvideo

Das Video zeigt emotionale Einblicke aus dem Alltag der Journalistin.

Über 30 Jahre lang traf sich Journalistin Kim Wall mit ihrer Familie, um ein Familienbild im eigenen Garten aufzunehmen. Dieses Jahr wird Kim zum ersten Mal auf dem Foto fehlen.

Denn die schwedische Journalistin wurde im August ermordet. Ihre Körperteile wurden nach und nach gefunden – unter dringendem Tatverdacht steht der U-Boot-Bauer und Erfinder Peter Madsen.

Mit einem emotionalen YouTube-Video gedenkt jetzt Kim Walls Familie der Verstorbenen. Ihre Mutter berichtet über das Leben und den Charakter ihrer Tochter und zeigt emotionale Familien-Einblicke: „Die große Welt interessierte sie immer – sie war immer neugierig, wie andere Menschen in der ganzen Welt lebten.“

 

 

Zum Gedenken gründete die Familie den „Kim Wall Memorial Fonds“. Das Geld, das dabei zusammenkommt, geht an die „International Women’s Media Foundation“, die Journalistinnen weltweit unterstützt.

 

  • 07.10.2017
  • 11:39 Uhr

Ermittler finden Kopf von Kim Wall

Peter Madsen steht unter dringendem Tatverdacht, die schwedische Journalistin getötet zu haben.

Dänische Ermittler haben den Kopf der seit August vermissten schwedischen Journalistin Kim Wall gefunden. Wall hatte sich zuletzt auf dem Tauchschiff des U-Boot-Bauers Peter Madsen befunden. Dieser steht unter dringendem Mordverdacht und sitzt aktuell in Untersuchungshaft.

Taucher fanden den Kopf am Freitag zusammen mit den Beinen sowie Kleidung der 30-jährigen Reporterin in der Køge-Bucht. Mit Hilfe von Gebiss-Daten sei der Kopf als derjenige von Wall identifiziert worden, so eine Polizeisprecherin. Die Suche nach den Armen der Frau gehe weiter. Ihr Torso war bereits Ende August in Dänemark an Land gespült worden.

Madsen wird beschuldigt, die Journalistin am 10. oder 11. August an Bord des Bootes getötet zu haben. Er selbst hatte angegeben, der Frau sei eine schwere Klappe auf den Kopf gefallen. Ihr Tod sei ein Unglück gewesen.

Ermittler hatten zuletzt in der Werkstatt Madsens Material gefunden, das den 46-Jährigen weiter belastet. Dabei handelte es sich um Videos, die das Foltern und Enthaupten von Frauen zeigten.

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