• 07.03.2018
  • 06:27 Uhr

Trump: Wieder einer weg!

Sein Wirtschaftsberater Gary Cohn hat genug und schmeißt hin.

Gary Cohn hat seine Drohung wahr gemacht.

Erst letzte Woche hatte Trumps Kommunikationschefin Hope Hicks ihren sprichwörtlichen Hut genommen, nun wirft auch der oberste Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Gary Cohn, seinen Job hin – und das mitten im Handelsstreit um die Strafzölle.

Eben die lehnt Cohn ab, und zieht genau deswegen jetzt die Konsequenzen. Er sagt, es sei ihm eine Ehre gewesen, seinem Land zu dienen, und er sei dem Präsidenten dankbar für diese Möglichkeit, doch er hatte bereits im Vorfeld angekündigt, gehen zu wollen, sollte Trump tatsächlich härtere Zwangsabgaben einfordern.

Cohn gilt als Mann hinter Trumps Steuerreform, die Ende 2017 beschlossen wurde. Der einstige Investmentbanker bei Goldman Sachs galt innerhalb des Weißen Hauses als ausgleichender Mahner in der Wirtschaftspolitik und forderte stets ein gewisses Maß an internationaler Zusammenarbeit ein.

 

  • 01.03.2018
  • 07:17 Uhr

Hope Hicks: Trump verliert engste Mitarbeiterin

Die 29-Jährige hat das "totale Verständnis" für den Präsidenten und doch zieht sie sich zurück.

Sie ist ausgebildete PR-Fachfrau. Wird sie den nächsten Wahlkampf von Donald Trump organisieren?

Wieder ein Paukenschlag. Und viele sind überrascht. US-Präsident Donald Trump verliert mit Kommunikationschefin Hope Hicks eine enge Verbündete. Der genaue Termin für ihren Rücktritt stehe noch nicht fest, sagte US-Präsidialamtssprecherin Sarah Sanders. Konkrete Gründe für den Abgang wurden nicht genannt.

Trump, ein einsamer Mann?

In Washington gilt sie als Trump-Versteherin. Hope Hicks ist gemeinsam mit dem 45. Präsidenten der USA mit gerade einmal 27 Jahren und null Erfahrung in das Haifischbecken der US- Polit-Szene gestiegen. Jetzt verlässt sie also das Weiße Haus.

Für Präsident Donald Trump geht damit nicht nur der seit Amtsantritt anhaltende personelle Aderlass weiter. Mehr noch: Er verliert mit der inzwischen 29-Jährigen auch einen wesentlichen Eckpfeiler seines politischen Apparates. Damit immer noch nicht genug! Hicks gilt als die letzte Person außerhalb Trumps Familie, auf deren Loyalität er hundertprozentig zählen konnte.

„Der einsamste Mann in Washington ist noch einsamer geworden“, titelte darum das Magazin „Politico“.

Gründe für Hicks‘ Demission

Der Abgang von Hicks kommt für das Weiße Haus zur Unzeit. Gerade erst musste Trump seinen Schwiegersohn und Berater Jared Kushner de facto degradieren, weil dessen Sicherheitsüberprüfung wegen undurchsichtiger Geschäfte hakt und er keinen Zugang zu hochgeheimem Material mehr bekommen darf. Gleichzeitig ist ein neuer Streit mit Justizminister Jeff Sessions, einem ehemals engen Vertrauten, ausgebrochen.

Die Fälle Kushner und Sessions haben mit der Russland-Affäre zu tun. Auch Hope Hicks hatte sich am Dienstag einem fast neunstündigen Verhör im Geheimdienstausschuss stellen müssen. Das meiste davon blieb hinter verschlossenen Türen, bei dem, was herausdrang, ließen zwei Kleinigkeiten aufhorchen: Hicks räumte ein, für Trump hin und wieder zu Notlügen zu greifen – außer natürlich in der Russland-Affäre. Und zweitens: Auf einige Fragen der Ausschussmitglieder verweigerte sie die Antwort.

Fünf Kommunikationschefs in einem Jahr

Am Mittwoch beeilte sich die Regierung, den Zusammenhang der Aussage im Ausschuss und der keine 24 Stunden später erfolgten Rücktrittsankündigung herunterzuspielen. Hicks habe den Schritt bereits seit Wochen geplant, nur ein kleiner Kreis sei eingeweiht gewesen. Unklar blieb auch, welche Rolle ihre Affäre mit dem Trump-Mitarbeiter Rob Porter gespielt hat. Trotz ihres Verhältnisses hatte sie an dessen Demission wegen Vorwürfen häuslicher Gewalt durch zwei Ex-Frauen gleichzeitig mitgearbeitet.

Hicks ist in gut einem Jahr die fünfte Person, die den Posten von Trumps Kommunikationschef räumt. Ihr Vorgänger Anthony Scaramucci („The Mooch“) hatte nur zehn Tage auf dem Schleudersitz überstanden. Lange Zeit arbeitete sie fast vollständig hinter den Kulissen. Trump hatte Hicks einst als eine „weitere Tochter“ bezeichnet. Ihre Beziehung zur Familie hatte sie als Model für die Modelinie von Trumps Tochter Ivanka begonnen.

Hoffnung für Hope

Der Weggang von Hope Hicks, der super-loyalen Ziehtochter, der Frau, die behauptet, sie habe ein „totales Verständnis“ für den Präsidenten entwickelt, könnte nun eine Wegscheide auch für den Präsidenten sein.

Schon wird in politischen Kreisen gemunkelt, Hope Hicks könnte sich nach einer Auszeit für Trumps Wahlkampfteam 2020 warmlaufen und dort eine ähnlich entscheidende Position einnehmen, wie sie sie 2016 eher per Zufall bekleidete. „Ich bin sicher, wir werden in der Zukunft wieder zusammenarbeiten“, ließ der Präsident am Mittwoch vieldeutig wissen.

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