• 12.08.2017
  • 09:41 Uhr

Venezuela-Krise: Droht Maduro jetzt ein Angriff von Trump?

"Wir haben viele Optionen bei Venezuela, einschließlich notfalls eine mögliche, militärische Option."

Dem venezolanischen Präsidenten, Nicolas Maduro wird eine Umwandlung zur Diktatur vorgeworfen.

US-Präsident Donald Trump kann momentan wohl auf Drohungen schwer verzichten. Erst vor wenigen Tagen warnte er Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un im Atomkonflikt, „bloß keine Dummheiten zu machen, das würde „furchtbare Folgen für sein Land haben“.

Seine neuesten Worte treffen jetzt Venezuela. Angesichts der Umbrüche und Konflikte in dem Land, erwäge die USA auch einen militärische Option. Das verkündete  Trump am Freitag in seinem Urlaubsdomizil in New Jersey.  „Wir haben Truppen auf der ganzen Welt, an weit entfernten Orten. Venezuela ist nicht sehr weit weg und die Menschen dort leiden und sterben“, erklärte Trump. Weiter hieß es: „Wir haben viele Optionen bei Venezuela, einschließlich notfalls eine mögliche, militärische Option“. Was er allerdings genau damit meint, scheint nicht ganz klar zu sein. Von militärischen Plänen oder konkreteren Überlegungen in Sachen Venezuela, wisse die US-Regierung nichts.

Trump nannte die Lage in dem südamerikanischen Land, mit den größten Öl-Reserven weltweit ein „Chaos, ein sehr gefährliches Chaos und eine traurige Situation“. Venezuelas Verteidigungsminister Vladimir Padrino sagte zu Trumps Militär-Drohung: „Das ist ein verrückter Akt, ein Akt des Extremismus“. Er werde an erster Stelle die Souveränität seines Landes verteidigen.

Der Druck auf Venezuelas Präsident Nicolas Maduro wächst seit Wochen, angesichts der sich zuspitzenden Krise. Er hat nun um ein Telefongespräch mit dem US-Präsidenten gebeten. „Präsident Trump wird gerne mit dem Führer Venezuelas sprechen, sobald die Demokratie in diesem Land wiederhergestellt ist“ hieß es daraufhin in einer Erklärung. Das klingt nach einer politischen Abfuhr. Die USA verlangen eine Achtung der Verfassung, freie und faire Wahlen, die Freilassung politischer Gefangener und ein Ende der Repression gegen das Volk.

Maduro wird der Umbau zu einer Diktatur vorgeworfen. In Venezuela starben in den vergangenen Wochen über 120 Menschen bei Protesten. Besonders seit der neuen verfassungsgebenden Versammlung  hat sich die Lage verschärft. Diese von Maduro einberufene „Volksversammlung“, wie er es selbst nennt, stellt sich über alle anderen Regierungseinrichtungen. Mit der Entscheidung der verfassungsgebenden Versammlung sich selbst die oberste Macht zuzusprechen, werden die Nationalversammlung, Ministerien und andere Behörden künftig vermutlich davon abgehalten, Einfluss auf beschlossene Gesetze der Verfassungssammlung zu nehmen. Maduro schlug bei der Versammlung unter anderem vor, Gefängnisstrafen von über 25 Jahren für politische Verbrechen einzuführen.

Die Außenminister von 17 amerikanischen Ländern – darunter Mexiko, Kanada, Argentinien und Brasilien – erklärten, ihre Regierungen würden das Gremium nicht anerkennen. Es sei ein „Bruch der demokratischen Ordnung“.

 

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