• 03.10.2017
  • 12:32 Uhr

Trump besucht Puerto Rico

Zuvor griff er Bürgermeisterin Carmen Yulín Cruz über Twitter an.

US-Präsident Donald Trump besucht am Dienstag die Karibikinsel Puerto Rico, die nach dem Hurrikan "Maria" völlig zerstört wurde.

Drei Wochen nach dem verheerenden Hurrikan „Maria“ besucht US-Präsident Donald Trump am Dienstag die völlig verwüstete Karibikinsel Puerto Rico. Er will sich ein Bild von der Zerstörung und den Aufräumarbeiten machen.

Bürgermeisterin Carmen Yulín Cruz dürfte über eine Begegnung mit dem US-Präsidenten eher wenig begeistert sein. Schließlich bekam sie in jüngster Zeit seine Wut über Twitter zu spüren. Yulín Cruz fühlt sich von der Regierung in Washington allein gelassen.  „Wir sterben hier und ihr tötet uns mit der Ineffizienz und eurer Bürokratie“ sagte sie zuletzt auf einer Pressekonferenz. „Ich kann nicht verstehen, dass die großartigste Nation der Welt nicht in der Lage ist, die Logistik für eine kleine Insel zu organisieren“, beklagte sie. „Ich bin stinksauer! Wenn wir den Menschen kein Essen und kein Wasser geben, dann werden wir etwas sehen, was einem Völkermord sehr nah kommt“.

Trump wies diese Kritik von sich und griff die Bürgermeisterin direkt über Twitter an. „Welch armselige Führungskraft der Bürgermeisterin von San Juan und anderen in Puerto Rico“ schrieb er während eines Aufenthalts in seinem Golfclub in New Jersey. „Sie wollen, dass alles für sie getan wird, obwohl es eine gemeinschaftliche Anstrengung sein sollte“ 18 Tweets feuerte Trump ab, um seine Arbeit und seine Bemühungen nach dem Hurrikan zu verteidigen.

 

 

 

Noch immer ist der größte Teil der Insel ohne Strom und fließendes Wasser. Es gibt nur wenig Benzin, viele Straßen sind beschädigt. Hilfslieferungen können deswegen nur schwer in die abgelegen Gebiete transportiert werden. Nun möchte auch Trump einen Eindruck von der Situation bekommen, direkt vor Ort. Viel zu spät, wie Kritiker bemängeln. Direkt nach dem katastrophalen Sturm schenkte er der Lage in Puerto Rico keine Beachtung. Stattdessen widmete sich der US-Präsident ausgiebig seiner Privatfehde mit Footballspielern, die aus Protest gegen Polizeigewalt gegen Schwarze während der Nationalhymne in die Knie gingen.

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