• 13.05.2018
  • 13:51 Uhr

Explosion vor Kirchen in Indonesien

Mindestens 13 Menschen sind bei den Selbstmordanschlägen gestorben.

Bei mutmaßlich islamistischen Anschlägen auf christliche Kirchen in Indonesien sind mindestens 13 Menschen getötet worden. Kurz vor Beginn der Sonntagsgottesdienste explodierten in der Großstadt Surabaya auf der Insel Java fast gleichzeitig in drei Kirchen Bomben. 40 Menschen wurden nach Angaben der Polizei verletzt. Befürchtet wurde, dass die Zahl der Opfer noch weiter steigt.

 

 

Alle Täter aus einer Familie

Indonesiens Geheimdienst vermutet, dass islamistische Terroristen hinter den Anschlägen stecken. Nach Angaben von Polizeichef Tito Karnavian stammen alle Täter aus einer einzigen Familie. Beteiligt waren Vater, Mutter sowie vier ihrer Kinder. Mindestens zwei der Kinder waren minderjährig: zwei Mädchen, gerade einmal neun und zwölf Jahre alt.

Der Inselstaat in Südostasien ist mit mehr als 260 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt. Mehrfach gab es dort schon Anschläge von Islamisten. Verschiedene Gruppen haben Verbindungen zur Terrormiliz IS. Der IS reklamierte die Tat am Sonntag für sich.

 

 

Was war passiert?

Die Anschlagsserie in Indonesiens zweitgrößter Stadt (etwa 2,6 Millionen Einwohner) begann gegen 07:30 Uhr. Viele Menschen warteten gerade auf den Beginn des Gottesdienstes – wegen der tropischen Hitze sind die Messen meist früher als in Europa.

Die erste Explosion ereignete sich in einer katholischen Kirche namens Santa Maria. Auf dem Video einer Überwachungskamera ist zu erkennen, wie ein Motorrad plötzlich von der Straße abdreht und in eine der Kirchen fährt. Kurz darauf gibt es eine mächtige Explosion. Augenzeugen berichteten von furchtbaren Szenen. Unter den Todesopfern soll auch einer der Attentäter sein.

Keine zehn Minuten später gab es weitere Explosionen in einer Kirche, die der Pfingstbewegung gehört, und in einem protestantischen Gotteshaus. Am Nachmittag besuchte Indonesiens Präsident Joko Widodo die Tatorte.

Frau sprengte sich mit Kindern in die Luft

Der Staatschef bestätigte, dass unter den Selbstmord-Attentätern auch eine Frau war, die sich zusammen mit zwei etwa zehn Jahren alten Kindern in die Luft sprengte. Zuvor sei sie an einer Sperre aufgehalten worden. Die anderen Anschläge sollen nach Angaben der Polizei von ihrem Ehemann sowie zwei 16 und 18 Jahre alten Söhnen begangen worden sein. Unklar war zunächst, ob von den Tätern jemand überlebt hat.

Indonesien hat seit mehr als anderthalb Jahrzehnten immer wieder mit islamistischer Gewalt zu tun. Auch Kirchen waren schon mehrfach Ziel von Anschlägen. Auf der Ferieninsel Bali kamen 2002 mehr als 200 Menschen ums Leben. Mehr als 85 Prozent der Indonesier sind muslimischen Glaubens. Katholische und protestantische Christen machen etwa zehn Prozent der Bevölkerung aus.

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