• 17.07.2017
  • 07:25 Uhr

Südkorea bietet Norden Friedensgipfel an

Südkoreas Präsident Moon Jae-in versucht auf diplomatischem Weg seinen abgekapselten Nachbarn im Streit um Militäroffensiven zu besänftigen.

Sie reden normalerweise nicht viel. Militärvertreter von Nord- und Südkorea kamen zuletzt 2015 zusammen, um darüber zu sprechen, wie man in Frieden nebeneinander leben könne. Jetzt hat der neu gewählte südkoreanische Präsident Moon Jae-in einen neuen Anlauf für Friedensverhandlungen genommen.

Spannungen an Grenze beenden

Es geht vor allem um die Sicherung der Grenze. Die Gespräche sollen zunächst dazu führen, dass alle feindsamen Aktivitäten dort eingestellt werden. Dabei geht es nicht nur um militärische Aktionen, sondern auch um Lautsprecher-Propaganda auf beiden Seiten. Die Länder sind durch eine Pufferzone voneinander getrennt, die sich über einen vier Kilometer breiten Landstreifen erstreckt.

Termin zum Jahrestag

Südkoreas Vize-Verteidigungsminister hat als möglichen Gesprächstermin den 27. Juli vorgeschlagen. An diesem Tag hatten beide Seiten im Koreakrieg ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet. Sie könnten in der entmilitarisierten Zone Panmunjom stattfinden, die sich auf nordkoreanischem Staatsgebiet befindet. Die Regierung um Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un in Pjöngjang hat sich bislang allerdings nicht zu dem Angebot geäußert.

Deeskalation bevorzugt

Südkorea versucht offenbar die Situation nach zwei Atom- und mehreren Raketentests seines Nachbarn zu beruhigen. Trotz internationaler Sanktionen hat der Norden erst am 4. Juli eine Interkontinentalrakete getestet. Auch Südkorea hatte gemeinsam mit den USA Militäraktionen als Antwort darauf gestartet. Nach dem Nordkoreakrieg haben beiden Seiten 1953 lediglich eine Waffenruhe vereinbart. Einen Friedensvertrag gibt es bis heute nicht.

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