• 20.03.2017
  • 18:40 Uhr

So reagiert Merkel auf Erdogans Nazi-Vorwurf

Die Kanzlerin ermahnt die Türkei und Präsident Erdogan deutlich.

Nach den Aussagen des türkischen Präsidenten Erdogan am Sonntag in einer TV-Ansprache, in denen er Angela Merkel direkt ansprach und ihr Nähe zum NS-Regime unterstellte, hat sich die Kanzlerin jetzt dazu öffentlich geäußert.

Im Anschluss an eine Begegnung mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe in Hannover sagte sie: „Mein Satz, dass die Nazi-Vergleiche vonseiten der Türkei aufhören müssen, gilt. Und zwar ohne Wenn und Aber. (…) Leider müssen wir feststellen, dass diese Vergleiche nicht aufgehört haben und wir werden nicht zulassen, dass der Zweck die Mittel immer wieder heiligt und jedes Tabu fällt.“ Ihre komplette Reaktion seht ihr jetzt im Video.

  • 20.03.2017
  • 06:42 Uhr

Nazi-Vorwürfe zielen jetzt direkt auf Merkel

"Du wendest auch gerade Nazi-Methoden an", polterte Erdogan.

Er kann es einfach nicht lassen: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wettert weiter gegen Deutschland, diesmal traf es aber Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) persönlich.

„Du wendest auch gerade Nazi-Methoden an“, sagte Erdogan an Merkel gerichtet. „Bei wem? Bei meinen türkischen Geschwistern in Deutschland, bei meinen Minister-Geschwistern, bei meinen Abgeordneten-Geschwistern, die dorthin reisen“, so der Präsident. „Gaskammern und Sammellager“ wieder zum Thema gemacht werden, aber „das trauen sie sich nur nicht.“ Offenblieb, wen er mit „sie“ genau meinte.

Eine „Frechheit“ und „Unverfrorenheit“

Auch zum inhaftierten deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel äußerte sich Erdogan und nannte ihn einen „Agenten und Terroristen“. Der „Welt“-Reporter sitzt seit knapp drei Wochen in Istanbul in U-Haft. Diese kann fünf Jahre dauern, bis es zur Freilassung oder zum Prozess kommt.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz nannte Erdogans jüngste Äußerungen in der ARD eine „Unverfrorenheit“. „Dass das Staatsoberhaupt eines befreundeten Landes die Regierungschefin dieses Landes in dieser Form beleidigt, ist eine Frechheit“, sagte er am Sonntag in der ARD. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte der „Passauer Neuen Presse“: „Wir sind tolerant, aber wir sind nicht blöd.“

Röttgen: Türken stimmen auch über Verhältnis zur EU ab

Der CDU-Außenexperte Norbert Röttgen drohte der Türkei mit dem Ende der EU-Beitrittsverhandlungen, sollte das Land ein Präsidialsystem einführen. Die Türken müssten vor dem Referendum über eine Verfassungsreform zugunsten von Erdogan wissen, dass sie auch über das Verhältnis der Türkei zur EU abstimmen, sagte Röttgen bei „Anne Will“. Für ihn sind Erdogans Pläne ein „legalisierter Staatsputsch“.

Die Türken stimmen am 16. April über die Einführung eines Präsidialsystems ab, das Erdogans Machtbefugnisse stark ausweiten würde. Eine Mehrheit für Erdogan gilt jedoch nicht als sicher. In Deutschland leben etwa 1,4 Millionen wahlberechtigte türkische Bürger.

  • 03.11.2016
  • 15:11 Uhr

„Ihr öffnet dem Terror die Tür“

Der türkische Präsident Erdogan findet: Deutschland unterstützt Terroristen.

Staatspräsident Erdogan droht, die Grenze für Flüchtlinge zu öffnen.

Das sind mal wieder harte Töne aus der Türkei! Präsident Erdogan sagte bei einer Zeremonie in Ankara: „Hey Deutschland, sei Dir bewusst, dass diese Terrorplage Euch wie ein Bumerang treffen wird. Wir machen uns Sorgen um Eure Haltung. Im Moment öffnet Ihr dem Terror die Tür.“  Deutschland sei ein „wichtiger Hafen für Terroristen geworden“, denn: es „beschütze“ seit Jahren Anhänger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und der Gülen-Bewegung, die Erdogan für den Putschversuch vom Juli verantwortlich macht.

Offenbar ist er sauer wegen der neuesten Kritik der Bundesregierung. Erst gestern hatte Bundeskanzlerin Merkel gesagt, es sei „alarmierend“, wie die Türkei gerade mit Journalisten umgehe. Unter anderem waren Mitarbeiter der Oppositionszeitung ‚Cumhuriyet‘ festgenommen worden.

Und wem das an Streit noch nicht reicht: Die Türkei hat auch noch angekündigt, den Flüchtlingspakt mit der EU notfalls noch vor Ende des Jahres zu beenden – falls die Europäer den Türken nicht, wie versprochen, Visafreiheit geben. „Unsere Geduld neigt sich dem Ende zu“, sagte Außenminister Cavusoglu in einem Interview.

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