• 21.04.2017
  • 09:52 Uhr

Russland verbietet Zeugen Jehovas

Die Glaubensgemeinschaft gilt in Russland als extremistisch.

Das Oberste Gericht in Moskau entschied, die Religionsgemeinschaft als extremistisch einzuordnen.

Rund 170.000 Anhänger der Zeugen Jehovas leben in Russland. Schon seit Jahren werden sie dort beschuldigt, mit aggressiven Methoden nach weiteren Anhängern zu suchen.

Das Oberste Gericht in Moskau hat jetzt entschieden: die Zeugen Jehovas werden in Russland verboten und der Besitz der Glaubensgemeinschaft wird beschlagnahmt.

Das Justizministerium hatte einen Antrag gestellt, in dem die Religionsgemeinschaft als extremistische Gruppe eingestuft wurde. Extremistisch sei vor allem die Zeitschrift „Der Wachtturm“. Die wurde dort zwar bereits verboten, aber trotzdem weiter verteilt. Auch dass Zeugen Jehovas von Grund auf ihren Mitgliedern verbieten, Bluttransfusionen zu geben, gilt laut Russland als Verstoß gegen Menschenrechte.

Die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas will jetzt vor den Europäischen Gerichtshof der Menschenrechte ziehen. Auch die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ spricht von einem schweren Schlag für die Religions- und Verbandsfreiheit in Russland.

Weltweit gehören rund acht Millionen Menschen zu der Glaubensgemeinschaft.

In Deutschland gelten die Zeugen Jehovas als Körperschaft öffentlichen Rechts. Sie sind damit rechtlich gleichgestellt mit den beiden großen christlichen Kirchen.

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