• 15.08.2017
  • 07:50 Uhr

Kim Jong Un liegen Guam-Angriffspläne vor

Während sich der Krieg der Worte weiter verschärft, bemüht sich die EU um eine diplomatische Lösung.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un besuchte am Montag das Hauptquartier seiner Raketentruppen, wo ihm die Bereitschaft zum Angriff mitgeteilt wurde. Kim erörterte mit seinen Generälen die Angriffspläne und forderte von den USA gleichzeitig ein sofortiges Ende der „arroganten Provokationen“ und „einseitigen Forderungen“.

Um einen Krieg auf der koreanischen Halbinsel zu verhindern, sollten die Amerikaner als ersten Schritt eine „ordentliche Option“ unterbreiten und darauf Taten folgen lassen, sagte Kim. Schließlich hätten die USA ein gewaltiges nukleares Arsenal rund um Korea aufgestellt.

„Wir müssen die nordkoreanische Atomfrage friedlich lösen“

Kurz zuvor hatte US-Verteidigungsminister James Mattis Pjöngjang abermals vor einem Angriff gewarnt. Die USA würden jeden Flugkörper abfangen, der in Richtung US-Boden unterwegs sei, sagte Mattis zu mehreren US-Journalisten. Sollte ein Flugkörper US-Boden, etwa auf der Pazifikinsel Guam, treffen, dann sei „Game on“, so der Ex-General.

US Präsident Donald Trump und der japanische Premier Shinzo Abe vereinbarten in einem Telefonat eine enge Kooperation, um koreanische Raketenangriffe auf Guam zu verhindern. Seoul warb unterdessen für eine friedliche Lösung des Korea-Konflikts. „Wir müssen die nordkoreanische Atomfrage friedlich lösen, egal wie viele Höhen und Tiefen es gibt“, sagte Südkorea Präsident Moon Jae In.

Die EU brachten eine Wiederaufnahme der 2009 abgebrochenen Sechs-Parteien-Gespräche – bestehend aus Nordkorea, den USA, China, Russland, Japan und Südkorea – ins Spiel. „Es dürfen keinerlei diplomatischen Bemühungen gescheut werden, um zu verhindern, dass es eine weitere Eskalation gibt“, sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini.

  • 11.08.2017
  • 14:29 Uhr

Trump: Nordkorea sollte „sehr, sehr nervös“ sein

Mäßigung ist nicht in Sicht: Die Regierungen Nordkoreas und der USA bekämpfen sich weiterhin mit drastischen Worten.

US-Präsident Donald Trump hat seine Drohungen im Atomkonflikt mit Nordkorea erneuert, wie ihr auch im Video anschauen könnt! Er warnte Staatschef Kim Jong Un, der solle bloß nicht auf die Idee kommen, dummes Zeug zu machen, furchtbar würden die Folgen für dessen Land sein: „Wenn er etwas in Guam unternimmt, dann wird es ein Ereignis sein, wie es noch niemand zuvor gesehen hat, was in Nordkorea passiert.“

Und per Twitter legte er gleich nochmal nach: „Militärische Lösungen sind nun voll einsatzfähig, wir stehen Gewehr bei Fuß, sollte Nordkorea unklug handeln. Hoffentlich findet Kim Jong Un einen anderen Weg.“

 

 

Aus Pjöngjang hieß es, die USA müssten mit einer „schandvollen Niederlage“ rechnen, sollten sie weiter auf ihre „extremen militärischen Abenteuer“ sowie Sanktionen und Druck bestehen.

Nordkorea hatte trotz Verboten am 28. Juli eine Interkontinentalrakete getestet. Diese hatte nach Berechnungen von Experten eine theoretische Reichweite von rund 10.000 Kilometern. Nordkoreas Staatschef Kim sagte nach dem Test, das Festland der USA sei jetzt in Reichweite. Als Reaktion auf den Raketentest verhängte der UN-Sicherheitsrat die bislang schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea.

  • 10.08.2017
  • 06:53 Uhr

Nordkorea-Krise: Gabriel fürchtet Atomkrieg

Trump und Kim drohen sich gegenseitig mit militärischer Gewalt.

Außenminister Sigmar Gabriel hat die scharfen Drohungen von US-Präsident Donald Trump an Nordkorea deutlich kritisiert und vor einem Atomkrieg gewarnt. Eine solche Rhetorik mache Sorgen und Angst, „dass wir ähnlich wie im Ersten Weltkrieg schlafwandlerisch in einen Krieg hineinmarschieren, bloß eben in diesem Fall in einen Krieg, der im Zweifel mit Atomwaffen geführt wird“, sagte der SPD-Politiker. „Diese Art von Rhetorik, diese Schlagworte, diese aggressive Sprache kommen von einem demokratisch gewählten Präsidenten der sozusagen in der gleichen Manier antwortet, wie bislang wir es vom nordkoreanischen Führer gehört haben.“

Man dürfe auf nordkoreanische Drohungen nicht „mit der gleichen aggressiven Rhetorik“ reagieren und damit die Eskalationsschraube immer weiter drehen. Bei einem Angriff würden die Nordkoreaner im Zweifel immer noch die Möglichkeit haben, Städte wie die südkoreanische Millionenmetropole Seoul in Schutt und Asche zu legen, so Gabriel.

Südkoreas Militär droht Nordkorea mit „harter Vergeltung“

Südkoreas Militär hat die nordkoreanische Führung mit ungewohnt deutlichen Worten vor einer weiteren Eskalation des Konflikts gewarnt. Sollte der Norden seine „Provokationen“ nicht unterlassen, werde das kommunistische Nachbarland „die harte und resolute Vergeltung der Alliierten“ zu spüren bekommen, sagte der Generalstabschef der südkoreanischen Streitkräfte, Roh Jae Cheon. Man sei darauf vorbereitet, die „Provokationen“ Nordkoreas umgehend zu kontern.

  • 09.08.2017
  • 17:47 Uhr

Nordkorea: Trump legt noch einmal nach

Nordkorea ist auf dem Weg zur Atommacht - und die USA drohen wenig versteckt mit Krieg. Die Sorge vor einer Eskalation wächst.

Donald Trump und Kim Jong Un belegen sich gegenseitig mit Androhungen militärischer Gewalt. Nach seinen deutlichen Worten mit „Feuer, Wut und (…) Macht“ legte Trump heute noch einmal nach und wies wenig missverständlich daraufhin, wie schlagkräftig das US-Atomarsenal doch sei.

 

 

„Mein erster Befehl als Präsident war, das nukleare Arsenal zu erneuern und zu modernisieren“, schrieb der US-Präsident auf Twitter. „Jetzt ist es weit stärker und kraftvoller als jemals zuvor. Hoffentlich werden wir diese Macht nie nutzen müssen. Aber es wird nie eine Zeit geben, in der wir nicht die mächtigste Nation der Welt sein werden.“

Die nordkoreanischen Streitkräfte drohen den Vereinigten Staaten mit einem Raketenangriff auf die US-Pazifikinsel Guam. Die Bundesregierung verlangt von den USA und Nordkorea Mäßigung: „Die Lage ist wirklich ernst. Ein weiteres Säbelrasseln wird uns hier sicher nicht weiterhelfen“, sagte der Sprecher von Außenminister Sigmar Gabriel (SPD), Martin Schäfer. Gemeinsam müssten die diplomatischen Bemühungen fortgesetzt werden.

  • 09.08.2017
  • 06:49 Uhr

Kim droht mit Raketenangriff auf US-Insel

Krieg der Worte: Das Säbelrasseln zwischen Pjöngjang und Washington erreicht eine neue Qualität.

Nordkoreas Militär hat den USA mit einem Raketenangriff auf die Pazifikinsel Guam gedroht. Die Streitkräfte zögen eine solche Attacke „ernsthaft in Erwägung“, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA.

Laut einem Sprecher der nordkoreanischen Armee könne der Plan zum Angriff auf Guam „jederzeit“ ausgeführt werden, sobald Staatschef Kim Jong Un die Entscheidung dazu treffe. Die USA sollten ihre „rücksichtslosen militärischen Provokationen“ unterlassen, sodass man nicht „gezwungen“ sei, eine „unvermeidliche militärische Entscheidung“ zu treffen, sagte ein Armeesprecher laut KCNA.

Pjöngjangs unmissverständliche Drohung kam nur wenige Stunden, nachdem US-Präsident Donald Trump folgendes sagte: Wenn Nordkorea seine Drohungen fortsetze, werde diesen „begegnet mit Feuer, Wut und Macht, wie die Welt es so noch nicht gesehen hat“. 

 

 

Raketen mit Mini-Atomsprengköpfen 

Das Regime um Machthaber Kim nahm direkten Bezug auf die US-Luftwaffenbasis Anderson auf Guam, von  wo die USA immer wieder strategische Bomber des Typs B-1 zu Militärmanövern in Richtung koreanische Halbinsel entsendet haben. Erwogen wird demnach ein Angriff mit ballistischen Raketen des Typs Hwasong-12, um die US-Streitkräfte auf Guam und ihre dort stationierten Bomber in Schach zu halten – schließlich sei die Insel der potenzielle „Ausgangspunkt für eine Invasion in Nordkorea“.

Nach Erkenntnissen der USA und Japans ist Nordkorea bereits in der Lage, Raketen mit Miniatur-Atomsprengköpfen zu bestücken – auch Interkontinentalraketen. Wie die „Washington Post“ unter Berufung auf Geheimdienstquellen berichtete, habe Nordkorea nach Einschätzung des Geheimdienstes DIA (Defence Intelligence Agency) bei seinem Atom- und Raketenprogramm viel schnellere Fortschritte gemacht als bisher angenommen.

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