• 29.09.2017
  • 06:35 Uhr

Rohingya-Krise: „Humanitärer Albtraum“

UN-Generalsekretär Guterres spricht von der schnellsten voranschreitenden Flüchtlingssituation der Welt.

Mehr als eine halbe Million Menschen flohen in den letzten vier Wochen nach Bangladesch.

Innerhalb weniger Wochen habe sich der Konflikt um die muslimische Minderheit der Rohingya in Myanmar zur „am schnellsten voranschreitenden Flüchtlingsnotsituation der Welt“ entwickelt, sagte UN-Generalsekretär António Guterres jetzt vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. Die Krise sei ein „humanitärer und menschenrechtlicher Albtraum“.

Denn: Berichten zufolge soll gegen die Rohingya massive Gewalt angewendet worden sein. Landminen wurden eingesetzt, Zivilisten wurden Opfer sexueller Gewalt, ganze Dörfer wurden niedergebrannt.

Kritiker warfen der Regierung Myanmars zuletzt eine ethnische Säuberung vor – diese bestritt jedoch die Vorwürfe.

Seit dem Ausbruch der Gewalt Ende August sind bereits mehr als eine halbe Million Menschen in das benachbarte Bangladesch geflohen. Die Rohingya werden seit Jahren in Myanmar diskriminiert und verfolgt.

  • 26.09.2017
  • 08:25 Uhr

Rohingya-Krise: Myanmar bestreitet „ethnische Säuberung“

Die Anschuldigung sei "unverantwortlich" und "unbegründet".

Mehr als 600.000 Rohingya sind seit August von Myanmar nach Bangladesch geflohen.

Der UN-Botschafter für Myanmar hat den Vorwurf der „ethnischen Säuberung“ der muslimischen Minderheit der Rohingya in seinem Land von sich gewiesen. „Die führenden Politiker in Myanmar haben lange für Freiheit und Menschenrechte gekämpft. Wir tun alles, um einen Genozid zu verhindern und werden eine solche Politik nicht unterstützen“, sagte Hau Do Suan in seiner Rede vor der UN-Generalversammlung in New York.

Aus dem ehemaligen Birma, wo die Mehrheit der Bevölkerung buddhistischen Glaubens ist, sind seit Ende August mehr als 430.000 muslimische Rohingya ins benachbarte Bangladesch geflohen.

17 weitere Tote in Massengrab entdeckt

In Myanmar sind nach Angaben der Armee im Norden des Bundesstaats Rakhine in einem Massengrab 17 weitere Leichen entdeckt worden. Dem Militär zufolge handelt es sich um Hindus, die bei einem Überfall von Rebellen der muslimischen Minderheit der Rohingya getötet wurden. Insgesamt seien damit in dem Grab schon 45 Tote gefunden worden. Eine unabhängige Überprüfung ist nicht möglich, weil Myanmar die Krisenregion abgeriegelt hat.

Das Militär soll in Rakhine mit brutaler Gewalt gegen Muslime vorgehen. Die Armee ihrerseits wirft der muslimischen Rebellengruppe ARSA (Arakan Rohingya Salvation Army) Terror vor. Neben Muslimen sind in Rakhine auch Buddhisten und Hindus auf der Flucht.

  • 11.09.2017
  • 12:11 Uhr

„Paradebeispiel für ethnische Säuberungen“

UN-Menschenrechtler wählt angesichts der Vertreibung der Rohingya heftige Worte.

Etwa 430.000 Angehörige der muslimischen Volksgruppe der Rohingya sind aus dem buddhistischen Myanmar nach Bangladesch geflohen. Ihnen werden in dem buddhistisch geprägten Land grausame Verbrechen angetan.

Die Vertreibung der unterdrückten muslimischen Minderheit der Rohingya aus Myanmar kommt nach Einschätzung des UN-Hochkommissars für Menschenrechte ethnischen Säuberungen gleich. Die abschließende Beurteilung der Lage sei schwierig. „Aber es sieht alles aus wie ein Paradebeispiel für ethnische Säuberungen“, sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, zum Auftakt der Sitzung des Menschenrechtsrats in Genf.

Seit Ende August sind wegen einer Welle von Gewalt rund 300.000 Rohingya ins benachbarte Bangladesch geflohen, ein Drittel der Bevölkerungsgruppe.

Auslöser waren nach ersten Berichten Anschläge von Rohingya-Extremisten auf myanmarische Sicherheitskräfte. Die Rohingya werden im mehrheitlich buddhistischen Myanmar unterdrückt. Sie sind nicht als Staatsbürger anerkannt, obwohl sie teils seit Generationen in der Region leben.

Die myanmarischen Behörden wollen nach Berichten nur solche Flüchtlinge zurück ins Land lassen, die die Staatsbürgerschaft nachweisen können, sagte Said. „Das scheint ein zynischer Trick zu sein, eine große Anzahl Menschen ohne Chance auf Rückkehr zum Umzug zu zwingen.“ Zudem gebe es Satellitenbilder, die zeigten, wie Rohingya-Dörfer niedergebrannt und fliehende Zivilisten erschossen würden.

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