• 11.09.2017
  • 12:11 Uhr

„Paradebeispiel für ethnische Säuberungen“

UN-Menschenrechtler wählt angesichts der Vertreibung der Rohingya heftige Worte.

Zahlreiche Menschen sind nach jüngsten Gewaltausbruch in Myanmars Provinz Rakhine nach Bangladesch geflüchtet.

Die Vertreibung der unterdrückten muslimischen Minderheit der Rohingya aus Myanmar kommt nach Einschätzung des UN-Hochkommissars für Menschenrechte ethnischen Säuberungen gleich. Die abschließende Beurteilung der Lage sei schwierig. „Aber es sieht alles aus wie ein Paradebeispiel für ethnische Säuberungen“, sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, zum Auftakt der Sitzung des Menschenrechtsrats in Genf.

Seit Ende August sind wegen einer Welle von Gewalt rund 300.000 Rohingya ins benachbarte Bangladesch geflohen, ein Drittel der Bevölkerungsgruppe.

Auslöser waren nach ersten Berichten Anschläge von Rohingya-Extremisten auf myanmarische Sicherheitskräfte. Die Rohingya werden im mehrheitlich buddhistischen Myanmar unterdrückt. Sie sind nicht als Staatsbürger anerkannt, obwohl sie teils seit Generationen in der Region leben.

Die myanmarischen Behörden wollen nach Berichten nur solche Flüchtlinge zurück ins Land lassen, die die Staatsbürgerschaft nachweisen können, sagte Said. „Das scheint ein zynischer Trick zu sein, eine große Anzahl Menschen ohne Chance auf Rückkehr zum Umzug zu zwingen.“ Zudem gebe es Satellitenbilder, die zeigten, wie Rohingya-Dörfer niedergebrannt und fliehende Zivilisten erschossen würden.

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