• 19.06.2017
  • 10:50 Uhr

London: Terroristische Attacke auf friedlich betende Muslime

Bei dem Vorfall ist ein Mann gestorben, acht Verletzte liegen im Krankenhaus.

In der britischen Hauptstadt London ist ein Mann in der Nacht mit seinem Lieferwagen in eine Gruppe von Menschen gerast. Acht Verletzte wurden in Krankenhäuser gebracht, zwei Leichtverletzte am Ort des Geschehens behandelt. Ein Mann kam ums Leben, allerdings ist noch nicht klar, ob er an den Folgen des Anschlags starb. Er soll schon vorher von Passanten wegen eines Herzanfalls Erste Hilfe erhalten haben.

Großbritanniens Premierminister Theresa May nannte den Vorfall einen „terroristischen Angriff“, der „widerlich“ sei. Von solchem Extremismus dürfe sich das Vereinigten Königreich nicht seine Werte wie Religionsfreiheit oder Meinungsfreiheit nehmen lassen.

Ähnlich äußerte sich auch der Bürgermeister von Manchester, Andy Burnham: „Gedanken sind bei jedem Betroffenen der Finsbury Park-Attacke“, schrieb er auf Twitter. „Wir werden weiter zusammenstehen gegen Extremisten, die einen Teufelskreis der Gewalt wollen.“

 

 

Die Opfer der Attacke gehören alle der muslimischen Gemeinde an. Das sagte Neil Basu von Scotland Yard am Montagmorgen vor Journalisten. Es gebe außer dem Fahrer keine weiteren Verdächtigen. Man habe auch keine Waffen wie etwa Messer bei dem Fahrer des Lastwagens gefunden. „Das war eine Attacke auf London und alle Londoner“, sagte Basu weiter. Scotland-Yard-Chefin Cressida Dick kündigte angesichts des Vorfalls an, dass zusätzliche Beamte im Einsatz sein würden, auch in der Nähe von muslimischen Einrichtungen.

Der Fahrer wurde festgenommen. Die genauen Hintergründe des Vorfalls waren zunächst unklar. Augenzeugen hatten den 48-jährigen Fahrer des Lieferwagens nach Polizeiangaben festgehalten, bis Beamte eintrafen und ihn festnahmen. Der Mann sei „als Vorsichtsmaßnahme“ in ein Krankenhaus gebracht worden und werde auf seine psychische Gesundheit untersucht. Augenzeugen berichteten, dass der Täter groß und hellhäutig sei. Laut Augenzeugen soll er gerufen haben: „Ich habe meinen Teil getan“. Medienberichten zufolge wollen Augenzeugen hingegen zwei Männer gesehen haben, die aus dem Minivan ausgestiegen seien, nachdem dieser in die Menschengruppe gefahren war. Nach Polizeiangaben gibt es bislang keine Erkenntnisse zu weiteren Verdächtigen.

Wie die Polizei mitteilte, haben Anti-Terror-Spezialisten die Ermittlungen übernommen.

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