• 21.05.2017
  • 08:59 Uhr

Krawalle in Venezuela: Blockaden und Tränengas

50 Tage wird schon demonstriert, immer mehr Menschen lehnen sich gegen den Lebensmittelmangel und eine drohende Diktatur auf.

In der Hauptstadt Caracas kam es beim „Marsch der Millionen“ zu schweren Ausschreitungen, die Polizei setzte massiv Tränengas ein. Es war – mit laut Schätzungen rund 160.000 Menschen – eine der größten Kundgebungen bisher. Auch in allen 23 Bundesstaaten kam es zu Großkundgebungen.

Die Opposition wirft dem sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro vor, das von einer dramatischen Versorgungskrise erschütterte Land mit den größten Ölreserven in eine Diktatur zu verwandeln und fordert Neuwahlen. Bisher starben bei Protesten und Plünderungen 48 Menschen, es kam zu über 2.000 Festnahmen.

Militär besetzt deutsche Kolonie

Auch in der von deutschen Einwanderern gegründeten Stadt Colonia Tovar kam es zu heftigen Ausschreitungen. Der Ort mit seinen rund 20.000 Einwohnern wurde bis auf weiteres unter Militärkontrolle gestellt. Bei Protesten gegen Maduro war dort zuvor der Sitz der Nationalparkbehörde angegriffen worden, Autos wurden angezündet. Zunächst wurde mit Straßenblockaden versucht, ein Einmarschieren des Militärs zu verhindern.

  • 11.05.2017
  • 08:47 Uhr

Venezuela: Protestler bewerfen Polizisten mit Kot

Die Demonstrationen gegen Präsident Maduro werden immer gewaltsamer.

In Caracas hagelt es "mit viel Liebe" Kot-Beutel auf die Sicherheitskräfte.

Venezuela versinkt im Chaos: Schon wieder sind bei Protestkundgebungen gegen Präsident Nicolás Maduro Menschen gewaltsam zu Tode gekommen.

„Mit großer Trauer muss ich mitteilen, dass ein weiterer junger Mann ermordet worden ist“, sagte der Bürgermeister des Stadtteils Baruta, Gerardo Blyde. Ein 26-Jähriger war bei einer Oppositionskundgebung in Caracas erschossen worden. Zudem starb ein am Montag verletzter 32-Jähriger in Mérida an seinen Verletzungen. Seit Anfang April starben insgesamt 39 Menschen auf den Straßen Venezuelas.

Und junge Regierungsgegner greifen zu immer drastischeren Mittel, um ihrem Unmut Luft zu machen. Neuerdings werfen sie mit Fäkalien, Exkrementen und Urin gefüllte Beutel und Flaschen auf Soldaten und Polizisten der Nationalgarde, die ihrerseits mit Tränengasbomben antworten. Auf einzelnen Behältern stand der Spruch: „Con mucho cariño“ (Mit viel Liebe). 

Von vielen Seiten nimmt der Druck auf Maduro zu, da ein Bürgerkrieg drohen könnte. Die Toten sind überwiegend Anhänger der Opposition, aber auch Sicherheitskräfte und Anhänger der Sozialisten starben, einige der Opfer kamen auch bei Plünderungen ums Leben.

Die Opposition fordert das Militär zum Bruch mit Maduro auf. Die Demonstranten sehen Venezuela unter dem Sozialisten auf dem Weg in die Diktatur – sie fordern rasche Neuwahlen und die Freilassung von Gefangenen wie des Oppositionsführers Leopoldo López.

  • 06.05.2017
  • 18:02 Uhr

Proteste in Venezuela eskalieren

Jetzt wurden offenbar auch Dutzende Soldaten festgenommen.

Die Polizei geht gewaltsam gegen die Demonstranten vor.

Tausende Studenten ziehen seit April durch die Straßen von Venezuelas Hauptstadt Caracas um gegen Staatschef Nicolás Maduro zu protestieren. Immer wieder kommt es zu heftigen, gewaltsamen Ausschreitungen. Die Zahl der Toten und Verletzten steigt immer weiter an. Laut Medienberichten sind mindestens 38 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 700 wurden verletzt. Nach Angaben der Opposition soll nun auch eine große Anzahl von Soldaten festgenommen worden sein. Sie hatten angeblich Kritik an Maduros Regierungsstil geäußert.

Venezuelas Studenten rufen seit Wochen zu landesweiten Kundgebungen gegen Maduro auf. Sie werfen ihm vor, dass er eine Diktatur errichten wolle. Bei den Protesten flogen Molotow-Cocktails und es kam zu schweren Straßenschlachten. Polizei und Nationalgarde gingen in den letzten Tagen immer wieder mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die Demonstranten vor. Ein Panzerwagen überfuhr während der Proteste 33 Menschen.

Ein 33-Jähriger Studentenführer wurde bei einer Versammlung an seiner Universität erschossen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Venezuela steckt bereits seit Monaten in einer tiefen Krise. Dabei spielen rapider Währungsverfall, Misswirtschaft und Rückzahlung von Auslandsschulden in Milliardenhöhe eine große Rolle. Es fehlt Geld, um Lebensmittel und Medikamente einzuführen. Die Mordrate steigt und das ehemals reiche Land muss nun mit akuter Armut kämpfen.

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