• 04.12.2017
  • 20:17 Uhr

Kenia: Knast wegen Plastiktüten

Auf dem UN-Umweltgipfel in Nairobi gibts Lob für das Tüten-Verbot.

Vier Jahre ins Gefängnis oder bis zu umgerechnet 33.000 Euro Geldbuße. Mit solchen gepfefferten Straßen muss seit Ende August in Kenia rechnen, wer Plastiktüten verkauft, kauft oder produziert. Es ist das wohl härteste Gesetz gegen die Kunststoffbeutel weltweit. Aber es ist wichtig, denn Kenia versinkt im Müll. Vor dem Verbot gingen über 100 Millionen Plastiktüten über die Ladentheken – pro Jahr. Und da es in dem afrikanischen Land kein Recyclingsystem wie bei uns in Deutschland gibt, landeten die Tüten auf wilden Müllbergen oder wurden verbrannt. Beides schlecht: Auf den Halden fressen Vögel den unverdaulichen Kunststoff  – und sterben. Und das Plastik verstopft Abwasserleitungen und landet im Meer. Bei Plastik-Verbrennungen entstehen giftige Dämpfe, schlecht für Mensch und Tier.

Das Verbot freut aber nicht alle: Viele Verkäufer stöhnen, denn die Plastiktüten waren viel billiger, als die neuen Alternativen aus Stoff oder Papier. Aber es gibt auch echte Gewinner. Korbflechter zum Beispiel: „Durch das Verbot konnten wir viel mehr Körbe verkaufen. Dadurch kann ich meinen Kindern eine Ausbildung bezahlen und wir können uns besser helfen“, so Joyce Mwende. Seit 15 jahren schon stellt sie die Tragetaschen aus Stroh her. Jetzt boomt das Geschäft wie nie.

Und tatsächlich: Auf Kenias Straßen sieht man kaum noch Plastiktüten. Wohl weniger aus Umweltbewusstsein, sondern vielmehr aus Angst vor den drakonischen Strafen. Trotzdem: Ein Anfang ist gemacht – finden auch die Vereinten Nationen.

Seit heute und bis Mittwoch findet in Kenia deren Umweltgipfel statt. Auch die Vermeidung von Plastikmüll ist hier ein großes Thema. Und da können sich einige Länder vom Gastgeber eine große Scheibe abschneiden.

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