• 09.02.2018
  • 19:09 Uhr

Streit um Therapietier: Hamster die Flughafen-Toilette runtergespült

Die Airline verbot der Besitzerin, ihren Nager mitzunehmen.

"Pebbles" ließ sein Leben im Lokus.

Die kleine Hamsterdame „Pebbles“ sollte für ihre Besitzerin Belen Aldecosea eine Stütze sein, bei einem Flug von Baltimore nach Florida. Zweimal rief die Amerikanerin bei der Fluggesellschaft „Spirit Airlines“ an, um zu fragen, ob sie ihren Zwerghamster mit an Bord nehmen dürfe. Die Airline versicherte: Ja, der Nager darf mit. Doch als die 21-Jährige samt Tier am Flughafen in Baltimore ankommt, folgt das böse Erwachen. Kein grünes Licht für „Pebbles“.

Doch was soll Belen Aldecosea mit dem Hamster nun tun? Die 21-Jährige erzählt, dass die Airline-Mitarbeiter ihr geraten haben, das kleine Tier loszuwerden, genauer gesagt: Sie sollte es am Besten die Toilette runterspülen. Zunächst versucht die Amerikanerin noch ein Auto zu leihen, doch vergeblich.

 

 

Anstatt sich anderweitig Hilfe zu suchen, entschließt sich Belen zu dem drastischen Schritt. „Sie hatte Angst. Ich hatte Angst. Es war der Horror, sie ins Klo zu werfen„, sagt die Hamster-Besitzerin. „Ich war emotional. Ich habe geweint. Zehn Minuten lang habe ich in der Kabine gesessen und geweint.“ Wegen eines medizinischen Notfalls hätte sie dringend nach Hause gemusst, argumentiert sie.

In ihrem ersten Uni-Semester hatte die junge Frau einen Knoten am Hals entdeckt, und vermutete, sie habe Krebs. Die kleine „Pebbles“ schaffte sie sich damals als emotionale Stütze an. Obwohl die Ärzte schließlich feststellen, dass es kein Krebs ist hat die 21-Jährige Schmerzen. Sie will unbedingt schnell nach Haus, um sich den Knoten entfernen zu lassen. Doch ist das ein Grund, ein Tier die Toilette runterzuspülen?

„Ich dachte, es sei menschlicher „Pebbles“ Leben direkt ein Ende zu bereiten, als sie auszusetzen. Dann wäre sie verängstigt in der Kälte herumgerannt und wahrscheinlich von einem Auto überfahren worden.“

Der grausaume Vorfall ereignete sich schon im November 2017, jetzt will die Studentin Klage gegen „Spirit Airline“ einreichen. Die Begründung: Die Airline-Mitarbeiter hätten sie dazu gedrängt, ihren Zwerghamster zu töten. Ein Sprecher der Fluggesellschaft gab zu, ein Mitarbeiter habe fälschlicherweise gesagt, das Hamster an Bord erlaubt seien. Doch niemand habe gesagt, dass Tier in der Toilette runterzuspülen oder anderweitig zu verletzten.

In den USA ist es erlaubt Begleittiere mit an Bord zu nehmen, wenn man schlimme Flugangst hat oder psychisch instabil ist. Auch Belen Aldecosea bekam von ihrem Arzt bestätigt, das „Pebbles“ ein „Emotional Support Animal“ ist, also ein Therapietier. In den letzten Jahren übertrieben es die Tierbesitzer allerdings.

Die Fluggesellschaft United Airlines berichtet, dass die Anfragen innerhalb eines Jahres um 75 Prozent gestiegen sind. Und bei den tierischen Begleitern handelt es sich längst nicht mehr nur um Hunde oder Katzen.  Auch Ponys wurden schon im Passagierraum transportiert.

 

Yet another one!!!!! And people blame the airlines for craziness

Posted by Patricia A Allen on Mittwoch, 26. April 2017

 

2016 wurde diese Therapieente zum Viral-Hit. Die Besitzerin von Enterich Daniel litt nach einem Unfall an einer posttraumatischen Belastungsstörung, Daniel sollte sie auf ihrem Flug beruhigen.

 

 

Im Januar zogen einige Airlines aber die Reißleine, nachdem eine Frau ihren Pfau (ja, einen riesigen Vogel)  „Dexter“ mit an Bord nehmen wollte. Auch „Dexter“ durfte nicht mit an Bord. Seine Besitzerin sattelte dann aufs Auto um.

 

Seitdem gibt es eine Liste mit verbotenen Tieren.: Igel, Insekten, Schlangen, Spinnen, Reptilien, Frettchen und Nagetiere müssen leider draußen bleiben.

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