• 10.10.2017
  • 13:35 Uhr

Vegas-Schütze verletzte erst Security-Mitarbeiter

Es geschah einige Minuten, bevor er das Feuer eröffnete.

Schon vor der Tat wurde ein Wachmann auf Paddock aufmerksam.

Am 1. Oktober schoss Stephen Paddock minutenlang aus zwei Fenstern seiner Suite im 32. Stock des Mandalay Bay Hotels in Las Vegas auf die Besucher eines Countryfestivals und tötete so 58 Menschen, verletzte Hunderte teils schwer. Erst dann konnten Sicherheitskräfte in sein Zimmer vorrücken. So viel war bisher bekannt. Nun hat die Polizei diese Darstellung korrigiert.

Sheriff Joseph Lombardo sagte bei einer Pressekonferenz, der Schütze habe bereits vor Beginn des Massakers auf einen Wachmann geschossen.

Jesus Campos hatte Bohrgeräusche aus der Suite gehört und wollte der Sache nachgehen. Paddock bemerkte ihn dank der Kameras, die er zuvor im Hotelflur installiert hatte. Als Campos sich näherte, schoss der 64-Jährige und verletzte den Wachmann am Bein. Campos gelang es, andere Sicherheitskräfte zu alarmieren.

Die Polizei, die wenig später auf der Suche nach dem Attentäter war, wusste zu diesem Zeitpunkt von den Geschehnissen auf dem Flur im 32. Stock noch nichts. Zwischen den Schüssen auf den Wachmann und den Gewehrsalven auf das Festivalgelände sollen sechs Minuten gelegen haben.

Noch immer ist das Motiv des Schützen unklar. Lombardo sagte, er sei frustriert über den schleppenden Verlauf der Ermittlungen. Es sei schwierig für die Ermittler, Antworten zu finden.

Die Pressekonferenz seht ihr hier:

  • 05.10.2017
  • 08:05 Uhr

Las Vegas: Freundin des Täters äußert sich

Stephen Paddock sei "fürsorglich" und "gütig" gewesen, so die 62-Jährige.

Schon 2013 lernten sich Marilou Danley und Stephen Paddock in einem Casino kennen.

Am Dienstagabend landete Marilou Danley, die Freundin des Las Vegas-Attentäters, am Flughafen von Los Angeles. FBI-Ermittler fingen sie noch am Zollbereich ab, befragten die 62-Jährige zu ihrem Lebensgefährten Stephen Paddock.

Danley versicherte: sie habe von nichts gewusst. „Er sagte nichts und hat auch nichts getan, was mich darauf hätte aufmerksam werden lassen oder warnen können, dass etwas so Schlimmes passieren könnte“, äußerte sie sich in einem öffentlichen Statement, das von ihrem Anwalt verlesen wurde. Paddock sei ein „gütiger, fürsorglicher, ruhiger Mann“ gewesen, den sie liebte.

Auch Danleys Schwestern äußerten sich vor den Kameras zu Paddock. Dieser habe Marilou vor der Tat mit einer Reise überrascht, sie auf die Philippinen geschickt.

Kurz vor seinem Amoklauf in Las Vegas überwies Paddock seiner Freundin außerdem 100.000 Dollar. Danley verstand die Überweisung als Geschenk, um ihrer Familie ein Haus zu kaufen. Zuvor hatte sie sich Sorgen gemacht, dass er mit ihr Schluss machen wolle.

Mit der Befragung von Marilou Danley hatten sich die Ermittler Hinweise zum Motiv des Täters erhofft. Doch die Beweggründe bleiben weiterhin unklar.

Am Sonntagabend hatte Stephen Paddock bei einem Konzert in Las Vegas in die Menge geschossen und 58 Menschen getötet. Anschließend nahm er sich selbst das Leben.

  • 04.10.2017
  • 07:08 Uhr

Las Vegas: Todesschütze filmte sich bei Tat selbst

Stephen Paddock hatte sich gezielt auf die Tat vorbereitet.

Der Todesschütze von Las Vegas hatte seine Tat akribisch geplant. Darauf deuten laut Polizei immer mehr Hinweise hin. So soll Stephen Paddock eine Kamera vor dem Gucklock der Eingangstür installiert und zwei weitere im Flur angebracht haben. Damit sollte er vor dem Eintreffen der Polizei gewarnt werden.

Auch in der Suite stellte er eine Kamera auf, um sich bei der Tat selbst zu filmen. Vermutlich um sich das Video anschließend selbst anzusehen oder um durch die Dokumentation seiner Tat „unsterblich“ zu werden.

Paddock soll 100.000 Dollar überwiesen haben

Nur wenige Tage vor dem Massaker soll Paddock laut Medieninformationen rund 100.000 Dollar auf ein Konto auf den Philippinen überwiesen haben. Dort lebt die Familie seiner Freundin Marilou, die sich zum Tatzeitpunkt auch dort aufhielt. Die Polizei bestätigte das bislang noch nicht. Paddocks Freundin ist mittlerweile zurück in den USA und wird von der Polizei befragt.

Motiv weiterhin unklar

Bei dem Massaker auf dem „Route 91 Harvest“ Country-Festival kamen 58 Menschen ums Leben – 56 davon sind bereits identifiziert. Das Motiv von Stephen Paddock ist weiterhin unklar. Er schoss aus dem 32. Stock des „Mandalay Bay“ Hotels in Las Vegas auf die Menge.

 

 

 

  • 02.10.2017
  • 10:15 Uhr

Bluttat in Las Vegas: Motiv des Täters bisher noch unklar

Im Haus des mutmaßlichen Attentäters wurden Sprengsätze und zahlreiche Waffen gefunden.

Beim „Route 91 Harvest“-Festival auf dem weltberühmten Strip in Las Vegas hat ein Schütze um sich geschossen und mindestens 59 Menschen getötet. Über 500 Festivalbesucher wurden verletzt, viele von ihnen schweben in Lebensgefahr.

Bei dem Täter soll es sich um einen 64-jährigen Mann handeln, doch was ihn zu der grausamen Bluttat bewegt hat, stellt die Polizei bisher vor ein Rätsel. Fieberhaft wird nach einem Motiv gesucht.

Im Haus des mutmaßlichen Schützen wurden inzwischen 19 Handfeuerwaffen, mehrere tausend Schuss Munition und Sprengsätze gefunden. Im Auto des Verdächtigen wurden mehrere Pfund Ammoniumnitrat gefunden, das zur Herstellung von Sprengsätzen benutzt werden kann.

US-Präsident Donald Trump sprach den Opfern sein Mitgefühl aus und sprach von einem „Akt des absolut Bösen“. Er rief die Amerikaner zu Einigkeit und Zusammengehörigkeit auf. Eine Diskussion über schärfere Waffengesetze ist nach Darstellung des Weißen Hauses aber verfrüht. „Es wäre voreilig politische Maßnahmen zu diskutieren, solange wir nicht vollständig wissen, was passiert ist“, sagte Sarah Sanders, Sprecherin des Weißen Hauses. Mehrere US-Politiker haben nach der schrecklichen Bluttat erneut schärfere Waffengesetze gefordert. Trump hatte allerdings mehrmals deutlich gemacht, dass er ein Befürworter des zweiten Verfassungszusatzes sei, der das grundsätzliche Recht auf den Besitz von Schusswaffen für US-Bürger festschreibt.

Der Angreifer eröffnete das Feuer während eines Konzerts des Country-Sängers Jason Aldean. Die Besucher rannten in Panik und schreiend vom Gelände. Augenzeugen berichteten von zahlreichen Verletzten, die am Boden lagen. Überall sei Blut gewesen. Eine Festivalbesucherin erzählte Journalisten: „Wir krochen über Tote.“

 

 

 

Die Schüsse selbst kamen aus dem 32. Stockwerk des angrenzenden Mandalay Bay-Hotels. Das hat die Polizei inzwischen bestätigt. Von dort aus hatte der Angreifer mindestens 100 Schüsse auf das Festivalgelände abgefeuert. Nach minutenlangem Kugelhagel gelang es Polizeibeamten in das Hotelzimmer zu stürmen. Nach Schilderungen von Bezirks-Sheriff Joseph Lombardo, gab der Täter durch die geschlossene Tür auch Schüsse auf die Polizisten ab. Einsatzkräfte fanden ihn bei der Durchsuchung  des Hotels, da hatte er sich schon selbst erschossen.

 

 

Bislang sehen die Ermittler keinen extremistischen Hintergrund der Tat. Der 64-jährige Täter handelte den Ermittlern zufolge allein. Zunächst hatten sie nach einer weiteren möglichen Verdächtigen gefahndet. Die Frau wurde inzwischen gefunden und befragt. Sie scheidet aber als Mittäterin aus. Der Bruder des Attentäters sagte in verschiedenen Interviews, dass sein Bruder kein Fanatiker gewesen sei, weder religiös noch politisch. Er sei lediglich hin und wieder nach Las Vegas gefahren, um dem Glücksspiel nachzugehen. Dort habe er „höher als der Durchschnitt“ gespielt. Er sei ein leidenschaftlicher Spieler gewesen und habe viel Geld besessen. „Er konnte sich leisten, was er wollte. Er war ein wohlhabender Kerl“, so der Bruder.

Das Auswärtige Amt hat inzwischen bestätigt, dass ein Deutscher bei dem Massaker verletzt wurde.

 

 

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