• 24.06.2017
  • 15:32 Uhr

4.000 Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen

Die Feuerkatastrophe im Londoner Grenfell Tower zieht immer weitere Kreise.

Anderthalb Wochen nach der Brandkatastrophe im Grenfell Tower geht die Aufarbeitung des Unglücks weiter. Spezialisten machten in Großbritannien mindestens 27 Hochhäuser mit leicht entflammbaren Außenfassaden aus. Das teilte die britische Regierung mit.

Die betroffenen Gebäude sind in Manchester, Portsmouth und Plymouth. Rund 4.000 Menschen mussten am späten Freitagabend ihr nötigstes Hab und Gut packen und vier Hochhäuser im Norden Londons wegen Brandgefahr räumen. Die Feuerwehr hatte dort erhebliche Sicherheitsmängel festgestellt: unter anderem brennbare Fassaden, Fehler bei der Isolierung von Gasleitungen und das Fehlen von Brandschutztüren. In einem fünften, kleineren Hochhaus durften die Bewohner bleiben.

Sanierungsarbeiten sollen drei bis vier Wochen dauern

Die Betroffenen verbrachten die Nacht in Notunterkünften, Hotels oder bei Freunden. Mehr als 80 Bewohner weigerten sich allerdings, ihre Wohnungen in den Gebäuden im Stadtteil Camden zu verlassen.

In Interviews sprachen einige Bewohner von einer Überreaktion. „Zwei frühere Brände in diesem Hochhaus sind doch leicht in Schach gehalten worden“, sagte ein Familienvater.

Die Arbeiten an den geräumten Gebäuden werden nach Angaben des Bezirksrates drei bis vier Wochen dauern.

  • 24.06.2017
  • 09:30 Uhr

Brandgefahr: Fünf Hochhäuser in London geräumt

Die Fassaden der Gebäude sollen dieselbe Verkleidung wie der Grenfell Tower haben.

Bewohner des Taplow Tower im Bezirk Camden müssen vorübergehend ihr Zuhause verlassen.

Aufregung am späten Abend in London: Wegen Brandgefahr mussten rund 800 Wohnungen in insgesamt fünf Hochhäusern geräumt werden. Die Feuerwehrleute könnten demnach nicht für die Sicherheit der Bewohner garantieren.

Es gebe darüber hinaus Bedenken wegen der Isolierung der Gasleitungen. Die Betroffenen wurden vorübergehend in Hotels untergebracht. Die Arbeiten an den nun geräumten Gebäuden im nördlichen Stadtbezirk Camden sollen drei bis vier Wochen dauern, wie Georgia Gould vom Bezirksrat sagte. Grenfell habe alles geändert. Man dürfe keinerlei Risiko mehr eingehen.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan schrieb auf Facebook von einer „Vorsichtsmaßnahme“ und bezeichnete die Räumung als den besten Weg, um die Bewohner zu schützen. Premierministerin Theresa May twitterte, ihre Gedanken seien bei den in Sicherheit gebrachten Einwohnern.

Bei der Brandkatastrophe im Grenfell Tower am 14. Juni waren mindestens 79 Menschen ums Leben gekommen. Ein defekter Kühlschrank hatte das verheerende Feuer ausgelöst.

  • 23.06.2017
  • 12:15 Uhr

Hochhausbrand in London: Defekter Kühlschrank verantwortlich

Die Polizei bestätigt damit, dass es keine Brandstiftung war.

Rauch und Flammen schlagen aus dem Grenfell Tower, in dem sich 120 Wohnungen befinden.

Der Brand in einem 27-stöckigen Hochhaus in London wurde durch einen defekten Kühlschrank ausgelöst. Das bestätigte jetzt eine Sprecherin der Polizei. Es soll sich demnach nicht um Brandstiftung gehandelt haben.

Bei dem Brand vor rund einer Woche kamen mindestens 79 Menschen ums Leben. Die Zahl könnte noch weiter steigen. Viele Verletzte wurden mit einer Blausäurevergiftung ins Krankenhaus gebracht. Das Gas wurde von den verwendeten Dämmplatten aufgrund des Feuers ausgeströmt.

Wegen des falschen Baumaterials stehen sowohl das Bauunternehmen als auch Behörden massiv in der Kritik.

  • 16.06.2017
  • 17:23 Uhr

Wut auf die britische Regierung nach dem Hochhaus-Brand

Die Zahl der Toten ist laut der britischen Polizei vermutlich auf 58 gestiegen.

Der ausgebrannte Grenfell Tower in London.

In London hat sich während der Demonstrationen für die Opfer des verheerenden Hochhaus-Brandes offenbar eine Wut gegen die britische Regierung entwickelt. Mehrere Protest-Gruppen versammelten sich am Freitagabend vor dem Kensington-Palast, in der Nähe des komplett ausgebrannten Grenfell-Towers und im Regierungsbezirk Westminster. Die Proteste stehen unter dem Motto „Justice for Grenfell“ (Gerechtigkeit für Grenfell).

Die Demonstranten zogen auch zum Ministerium für Kommunen, das für den Wohnungsbau verantwortlich ist und protestierten dort mit Plakaten und lauten Rufen („May muss gehen!“)  gegen Premierministerin Theresa May, die am Samstag eine Sondersitzung mit Regierungsmitgliedern einberufen hat. Mit dem Treffen wolle sie dafür sorgen, dass „alles mögliche getan wird, um die Betroffenen der Tragödie von Grenfell zu unterstützen“, sagte ein Regierungssprecher. Später werde May in der Downing Street Opfer der Brandkatastrophe und freiwillige Helfer treffen.

Die Zahl der Opfer, die bei dem schweren Hochhaus-Brand in London ums Leben gekommen sind, ist auf mindestens 58 gestiegen. Das teilte die Polizei am Freitag mit. Stuart Cundy von der Londoner Metropolitan Police sagte: „Ich hoffe, dass es nicht dreistellig wird.“  Die Suche und Identifizierung der Opfer werde Wochen dauern, so Cundy.  Es sei möglich, dass manche Opfer nie identifiziert werden könnten.

Auch die Ermittlung der Ursache für die Brandkatastrophe im Londoner Stadtteil Kensington wird fieberhaft fortgesetzt. Aktuell geht die Polizei nicht von Brandstiftung aus. „Es gibt zu diesem Zeitpunkt keine Hinweise darauf, dass das Feuer mit Absicht gelegt wurde“ so Stuart Cundy.

„Es wird im Laufe der nächsten Tage viele Fragen zur Ursache dieser Tragödie geben, und ich möchte den Londonern versichern, dass wir dazu alle Antworten bekommen werden“, versprach Londons Bürgermeister Sadiq Khan.

Viel Ärger fokussierte sich auch auf die erst kürzlich angebrachte Fassadenverkleidung. Die Grenfell-Mieterinitiative teilte mit, man habe wegen der schlechten Sicherheitsstandards in dem Hochhaus und anderswo im Bezirk in den vergangenen Jahren häufig gewarnt.

  • 15.06.2017
  • 17:26 Uhr

Nach Hochhausbrand: May verspricht Aufklärung

Nach dem Brand des Grenfell Towers in London, hat Premierministerin May am Vormittag den Tatort besucht und sich selbst ein Bild vom Ausmaß der Feuerkatastrophe gemacht. Sie hat eine umfassende Untersuchung angekündigt.

„Dies schulde man den Menschen, die ihre Angehörigen verloren hätten,“ erklärte May.

Zuvor hatten Rettungskräfte berichtet, dass sich das Feuer sehr schnell ausgebreitet habe. Anwohner hatten schon lange vor dem Brand beklagt, dass die Brandschutzauflagen in dem Sozialbau nicht beachtet worden seien.

Was den Hochhausbrand ausgelöst hat, ist noch nicht geklärt. Die Polizei spricht bisher von mindestens 17 Toten. Es werden aber noch viele Bewohner des 24-stöckigen Wohnhauses vermisst – die Zahl der Toten wird noch steigen, befürchtet die Feuerwehr.

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