• 13.05.2018
  • 10:17 Uhr

Paris: Messerangreifer war Tschetschene

Die Terrorgruppe IS hat die Bluttat für sich reklamiert.

Nach einer tödlichen Messerattacke in Paris gehen die Ermittler von einem Terror-Anschlag aus. Der 21-jährige Angreifer tötete am Samstagabend im Zentrum der französischen Hauptstadt einen 29-jährigen Passanten und verletzte vier weitere Menschen, bevor die Polizei ihn erschoss. Staatspräsident Emmanuel Macron erklärte, Frankreich habe erneut „den Preis des Blutes“ bezahlt, werde aber vor den „Feinden der Freiheit“ keinen Zoll zurückweichen.

 

 

Angreifer stammte aus Tschetschenien

Der bei dem mutmaßlichen Terroranschlag in Paris getötete Angreifer ist identifiziert. Der junge Mann, Khamzat Azimov, sei 1997 in der Teilrepublik Tschetschenien im russischen Nordkaukasus geboren worden, bestätigten Justizkreise der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. Ermittler hätten seine Eltern am Sonntagmorgen in Gewahrsam genommen. Auch ein Freund wurde festgenommen.

Terrormiliz IS reklamierte den Angriff für sich

Die auf Auswertung dschihadistischer Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group meldete, dass das IS-Sprachrohr Amak den Angreifer als „Soldaten des Islamischen Staates“ bezeichnet habe.

 

 

Wegen der Vorgehensweise übernahmen Anti-Terror-Ermittler den Fall, ermittelt wird wegen Mordes und versuchten Mordes an Amtsträgern im Zusammenhang mit Terrorismus.

Zwei der Angegriffenen wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht, zwei weitere Menschen erlitten leichte Verletzungen.

Angriff in der Nähe der Garnier-Oper

Der Messerangreifer schlug in der Nähe der Garnier-Oper zu. In dem Ausgehviertel ein Stück nördlich des Louvre-Museums gibt es zahlreiche Bars und Restaurants, samstagabends ist dort üblicherweise viel los.

Eine Frau erzählte dem Sender BFMTV, dass sie mit Freundinnen im Außenbereich eines Gastronomiebetriebs saß, als sie Schüsse gehört habe. „Dann gab es einen Tumult. Die Kellner sagten, dass wir uns in Sicherheit bringen sollten.“

 

 

Ein weiterer Zeuge erzählte BFMTV, als die Polizei kam, sei der Mann mit dem Messer auf die Beamten zugerannt. Auch Vertreter der Polizeigewerkschaft Alliance erklärten, der Angreifer habe sich gegen die Beamten gewandt.

Demnach versuchte die Polizei zunächst ohne Erfolg, den Täter per Elektroschockgerät zu stoppen. Dann habe ein Polizist geschossen.

 

 

Macron teilte auf Twitter mit, seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen. „Ich lobe im Namen aller Franzosen den Mut der Polizisten, die den Terroristen neutralisiert haben.“

 

 

Frankreich war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel islamistischer Terroranschläge, seit Anfang 2015 wurden dabei mehr als 240 Menschen ermordet.

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