• 11.01.2018
  • 13:07 Uhr

Merkel „die echte Anführerin in Europa“

Der türkische Außenminister Cavusoglu will die Wogen zwischen Deutschland und der Türkei glätten.

Es sind besänftigende Töne aus Türkei. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu will eine Besserung zu Deutschland. Bei dem inhaftierten Journalisten Yücel sind ihm laut seiner Aussage, die Hände gebunden.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan möchte sich nach Angaben von Cavusoglu persönlich mit Kanzlerin Angela Merkel treffen. Ergodan werde die Kanzlerin einladen oder sogar selber nach Deutschland reisen, so der Außenminister. Auch Telefonate mit ihr und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sollen in der jüngeren Vergangenheit schon mehrfach stattgefunden haben.

Die größte Barriere steht aber nach wie vor zwischen den Ländern: Der inhaftierte Journalist Deniz Yücel, der inzwischen seit elf Monaten in einem türkischem Gefängnis sitzt.

„Ich versichere Ihnen, Deniz Yücel ist kein politisch motivierter Fall“, erklärte Cavusoglu. „Was ist mein Vorteil, wenn ich Deniz Yücel inhaftiere? Was werde ich im Gegenzug bekommen? Nichts. Es vergiftet unsere Beziehungen. Gefällt mir das? Nein. Aber ich kann nicht in die Justiz eingreifen, nur um dieses Problem loszuwerden“. Er verwies erneut darauf, dass Yücel in der Türkei nicht als Journalist akkreditiert sei. „Sein Fall hat deswegen nichts mit Journalismus, nichts mit den türkisch-deutschen Beziehungen zu tun.“

Uneinsichtig zeigte sich der Außenminister bei den Beleidigungen von Erdogan gegenüber Deutschland, wo er Deutschland vorwarf Nazi-Methoden anzuwenden. Deutsche Behörden hatten dem Präsidenten verboten seinen Wahlkampf in Deutschland auszuführen.“Sie haben Erdogan einen Diktator genannt, Sie haben Erdogan schwer beleidigt, so Cavusoglu, „Wenn Sie Erdogan und uns Diktator nennen, sollten Sie auch ähnliche Kritik von Erdogan erwarten“

Cavusoglu hoffe aber, dass es demnächst zu einer Aufhebung des Ausnahmezustands in der Türkei komme. Dieser soll in der kommenden Woche zum sechsten Mal verlängert werden. Ob es die letzte Verlängerung sein wird, hängt demnach von der Lage der nächsten drei Monate ab.

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