• 16.08.2017
  • 14:41 Uhr

Charlottesville: Trump verteidigt Rechtsextreme

Dem US-Präsidenten platzte auf Nachfragen von Journalisten der Kragen. Ein Rückfall in alte Muster.

Donald Trump hat mit der Aufarbeitung der Gewalteskalation in Charlottesville noch nicht abgeschlossen. Nachdem er sich heftige Kritik an seinem Krisenmanagement gefallen lassen musste, weil er die rechten Krawallmacher nicht eindeutig verurteilte, sorgte der US-Präsident jetzt erneut für Kopfschütteln. So gab Trump nun beiden Seiten die Schuld an der Eskalation im US-Bundesstaat Virginia.

„Auf beiden Seiten sehr anständige Leute“

„Es gab auf der einen Seite eine Gruppe, die schlimm war, und es gab auf der anderen Seite eine Gruppe, die ebenfalls sehr gewalttätig war“, sagte Trump. Damit verteidigte der US-Präsident Neonazis gegen Gegendemonstranten.

Trump verteidigte zudem sein Zögern vom Samstag und fiel inhaltlich auf sein erstes Statement zurück. Man sage nicht sofort etwas, wenn man die Fakten nicht genau kennt, „anders als viele Reporter“. Beide Seiten seien aufeinander losgegangen. Er habe sich das sehr genau angesehen. Es habe „auf beiden Seiten sehr anständige Leute“ gegeben. Die Medien hätten erneut sehr unfair berichtet, sowohl über ihn selbst als auch über die tatsächlichen Ereignisse vom Wochenende. Die Medien seien aber „Fake“ und nicht ehrlich.

Obama stellt mit Tweet neuen Rekord auf

Vor dem Hintergrund der „Alt Right“, die als eine Art „Alternative Rechte“ ein Sammelbecken für Ultrarechte und auch Neonazis ist, sagte Trump: „Was ist mit der ‚Alt-Left‘, die die, wie Sie es nennen, ‚Alt Right‘ angegriffen haben? Gibt es da irgendeinen Anschein von Schuld?“ Diese Geschichte habe zwei Seiten.

Ganz anders Barack Obama. Der frühere US-Präsident bekam für einen Tweet zu den Ereignissen in Charlottesville überwältigenden Zuspruch. Obama hatte ein berühmtes Zitat des südafrikanischen Anti-Apartheid-Kämpfers Nelson Mandela veröffentlicht: „Niemand hasst von Geburt an jemanden aufgrund dessen Hautfarbe, dessen Herkunft oder dessen Religion.“ Der Eintrag wurde bislang mehr als 3 Millionen Mal gelikt.

 

  • 14.08.2017
  • 20:01 Uhr

Attentäter von Charlottesville: Hitler-Fan und Außenseiter

Auch Präsident Trump bezog jetzt klar Stellung zu den Ausschreitungen.

Zwei Tage ist der gewaltsame Aufmarsch von Rechtsextremisten im amerikanischen Charlottesville nun her. Nach massiver Kritik an US-Präsident Donald Trump weil dieser sich nicht klar positioniert hatte, bezog er heute offen Stellung. „Rassismus ist böse“, so Trump. Rechtsextreme Gruppen wie Neonazis, die Alt-Right-Bewegung und der Ku Klux Klan seien „abstoßend“.

Zuvor hatte Trump die „Gewalt auf vielen Seiten“ verurteilt und die Rechtsextremen damit gleichauf mit den antirassistischen Gegendemonstranten gestellt.

Landesweit kam es daraufhin zu Protesten und neuen Demonstrationen gegen die Reaktion des Präsidenten.

Bei dem Aufmarsch vor zwei Tagen war eine 32-Jährige getötet worden, weil ein Autofahrer in eine Gruppe Gegendemonstranten gerast war. Der Verdächtige soll mit Neonazis sympathisiert haben. Justizminister Sessions wertete die Tat beim Sender NBC als terroristischen Akt.

Schon in der High School fiel der Attentäter  James Alex Fields durch radikale Überzeugen auf.

Zwar soll er an aktueller Politik kein Interesse gehabt haben, als Trump jedoch die Pläne einer Mexiko-Mauer vorstellte, bekannte er sich offen zu ihm. Dem 20-jährige Fahrer des Wagens wird Mord mit bedingtem Vorsatz vorgeworfen.

  • 14.08.2017
  • 06:47 Uhr

Gewalt in Charlottesville: Trump am Pranger

Nur zaghaft verurteilte der US-Präsident die Rechtsextremen, die in Virginia für Chaos sorgten.

Donald Trump steht weiter im Kreuzfeuer der Kritik. Der Bürgermeister von Charlottesville, Michael Singer machte den Präsidenten, mit Hinweis auf dessen Wahlkampf-Rhetorik, für die Eskalation am Samstag mitverantwortlich.

Trump hatte Gewaltausbruch „vielen Seiten“ zugeschrieben

Singer, ein Demokrat, sagte dem Sender CBS, Trump habe im Wahlkampf die Wahl getroffen, „unseren schlimmsten Vorurteilen in die Hände zu spielen, und ich glaube, was wir sehen, ist eine direkte Linie zwischen dem, was an diesem Wochenende passiert ist und dieser Wahl“.

Am Samstag war es am Rande einer Kundgebung von hunderten Mitgliedern verschiedener rassistischer Gruppen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten gekommen. Zwei Polizisten starben beim Absturz ihres Helikopters, 15 Menschen wurden verletzt. Danach fuhr ein mutmaßlicher Rechtsextremist mit einem Auto in eine Gruppe von Gegendemonstranten und rammte zwei Fahrzeuge. Eine 32-jährige Frau starb, weitere 19 Menschen erlitten teils schwere Verletzungen.

Amok-Fahrer sympathisierte mit Neonazis

Der 20-jährige Autofahrer wurde festgenommen und soll heute dem Richter vorgeführt werden. Ihm werden Totschlag, mehrfache Körperverletzung und Fahrerflucht vorgeworfen. Inzwischen verdichten sich anscheinend die Hinweise darauf, dass James Alex Fields aus Ohio ein Neonazi-Sympathisant war.

Trump hatte am Samstag zwar Hass, Gewalt und Bigotterie verurteilt, aber dabei die Rassisten und Rechtsextremisten nicht beim Namen genannt. Und er ordnete die Gewalt allgemein „vielen Seiten“ zu. Neben Vertretern vieler Organisation und den oppositionellen Demokraten hatten auch zahlreiche prominente Republikaner Trumps Reaktion als viel zu schwach kritisiert.

  • 13.08.2017
  • 08:23 Uhr

Auto-Anschlag bei Demo: Mann festgenommen

Eine Kundgebung von Rechtsextremisten in Charlottesville (US-Staat Virginia) ist eskaliert.

Das Auto fährt in eine Gruppe von Gegendemonstranten.

Nach Angaben der Polizei starb eine 32-jährige Frau, als ein Fahrzeug vermutlich absichtlich in eine Gruppe von Gegendemonstranten raste und an einer Kreuzung zwei Autos rammte. Videoaufnahmen und Augenzeugenberichte ließen eine absichtliche Tat vermuten.

 

 

Der Fahrer wurde nach Polizeiangaben festgenommen. Es soll der 20-jährige James Alex Fields Junior aus Ohio sein, der jetzt unter dem Vorwurf des Totschlags festgehalten wird. Ob er selber einer rechtsextremen Gruppe angehört, ist unklar.

 

 

Bereits zuvor hatten sich Kundgebungsteilnehmer schwere Schlägereien mit Gegendemonstranten geliefert. Insgesamt wurden 35 Menschen verletzt. Laut dem Sender CNN befanden sich fünf von ihnen in kritischem Zustand.

 

 

Zwei weitere Menschen kamen zudem beim Absturz eines Polizeihubschraubers bei Charlottesville ums Leben. Über die Ursache ist noch nichts bekannt.

Trump nennt Schuldige nicht beim Namen

Präsident Donald Trump verurteilte zwar die „ungeheuerliche Gewalt“, „Hass und Vorurteile“, aber nannte dabei die Kundgebung der Rechtsextremisten nicht direkt. Stattdessen sprach er pauschal von „Gewalt von vielen Seiten“. Kommentatoren in verschiedenen Fernsehsendungen äußerten scharfe Kritik an der ihrer Ansicht nach zu laschen Reaktion des Präsidenten, dessen Wahl in rechtsextremen Kreisen bejubelt worden war. Kritiker haben Trump bereits in der Vergangenheit angelastet, sich nicht genügend von den Rechten distanziert zu haben.

  • 12.08.2017
  • 22:14 Uhr

USA: Nach Rassisten-Demo rast Auto in Menschenmenge

US-Medien berichten von einem Toten und 19 Verletzten

In Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia starb eine Person, 19 weitere wurden verletzt, nachdem ein Auto in eine Menschenmenge raste. Der Vorfall ereignete sich, nachdem die Behörden eine Demonstration von Rassisten aufgelöst hatten. Es war es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Rechten und Gegendemonstranten gekommen, bei denen mehrere Personen verletzt wurden. Der Gouverneur hatte deswegen den Ausnahmezustand erklärt.

US-Medien berichten, dass das Auto danach in eine Gruppe von Gegendemonstranten fuhr. Ein Augenzeuge postet auf Twitter ein Video, in dem man sieht, wie das Auto mit hoher Geschwindigkeit auf die Menschen zufährt. Der Fahrer wurde festgenommen.

 

 

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