• 01.12.2017
  • 07:00 Uhr

Argentinisches U-Boot: Keine Hoffnung für die Besatzung

Die Angehörigen sind empört.

Kommunikationsprobleme: Die Bilanz der Suche offenbart einige Pannen.

Die argentinische Marine hat die Suche nach Überlebenden des im Atlantik vermissten U-Boots eingestellt. Das teilte ein Sprecher mit. Damit werden die 44 Besatzungsmitglieder der „ARA San Juan“ de facto für tot erklärt.

Das Militär rechnet damit, dass es nach der letzten Funkverbindung am 15. November eine Explosion an Bord gegeben haben könnte. Nach dem U-Boot wird aber weiter gesucht, um die Ursache des Unglücks aufzuklären. 13 Länder beteiligten sich bisher an der U-Boot-Rettungsaktion.

In der letzten Funkverbindung hatte der Kapitän einen Kurzschluss und einen Schwelbrand im Batteriesystem gemeldet. Mehrere Spezialschiffe und Flugzeuge mit speziellen Suchgeräten waren in einem Gebiet mit einem Durchmesser von etwa 125 Kilometern im Südatlantik im Einsatz.

Familienangehörige reagierten mit Unverständnis auf die Entscheidung, die Suche nach Überlebenden einzustellen. „Man zerstört meine kleinste Hoffnung, die ich noch hatte“, sagte Luis Tagliapietra, der Vater eines der 44 Besatzungsmitglieder, dem Kanal TN. „Ich will die Wahrheit wissen, was passiert ist, ich glaube keine der offiziellen Hypothesen, weil sie lügen“, so der erschütterte Vater.

Die Angehörigen sind seit Tagen in Aufruhr, sie werfen der Marine schwere Versäumnisse vor. Die Marine hatte zunächst von einem „Kommunikationsproblem“ gesprochen und erst zwei Tage nach Abbruch der Verbindung bekanntgegeben, dass nach dem U-Boot gesucht werde.

Argentiniens Staatschef Mauricio Macri will das Verschwinden der „ARA San Juan“ eingehend untersuchen lassen. „Eine seriöse und tiefgründige Untersuchung muss herausfinden, weshalb es auf einem U-Boot in perfektem technischen Zustand anscheinend eine Explosion gegeben hat.“

  • 23.11.2017
  • 10:13 Uhr

Vermisstes U-Boot: Neue Spur durch ungewöhnliches Geräusch

Verhilft ein Hinweis der USA zum Durchbruch bei der Suche nach der "ARA San Juan"?

Ist das die erhoffte heiße Spur bei der Suche nach dem verschollenen argentinischen U-Boot mit seiner 44-köpfigen Besatzung? Kurz nach dem letzten Funkkontakt mit der „ARA San Juan“ wurde laut der argentinischen Marine eine sogenannte „hydroakustische Anomalie“ registriert.

Experten befürchten, diese „hydroakustische Anomalie“ könnte möglicherweise ein Hinweis auf eine Explosion an Bord des U-Boots sein. Das ungewöhnliche Geräusch sei am 15. November im Südatlantik auf der vorgesehenen Route des U-Boots aufgezeichnet worden, sagte Marinesprecher Enrique Balbi. Der neue „offizielle Hinweis“ wurde allerdings erst gestern seitens eines US-Institutes an die argentinische Marine übermittelt.

Und das womöglich zu spät: Denn nach Angaben von Experten reichte der Sauerstoff an Bord nur bis zum gestrigen Mittwoch, wenn die „ARA San Juan“ seit der letzten Funkmeldung nicht mehr an der Wasseroberfläche war.

Neben argentinischen Such- und Rettungsteams wurde nun auch das norwegische Schiff „Skandi Patagonia“, das mit einem ferngesteuerten Unterwasserfahrzeug (ROV) ausgestattet ist, zur Unterstützung angefordert. Ein US-Schiff, das ebenfalls ein Mini-U-Boot mit an Bord hat, soll ebenfalls, um für eventuelle Bergungsversuche am Meeresgrund eingesetzt zu werden.

  • 19.11.2017
  • 14:31 Uhr

Verschollenes Marine-U-Boot sendet Notsignale

Die "ARA San Juan" ist seit Mittwoch im Südatlantik verschollen - mit 44 Menschen an Bord.

Seit Mittwoch wird ein U-Boot vor der argentinischen Küste mit 43 Männern und einer Frau an Bord vermisst. Jetzt wecken Funksignale neue Hoffnung, dass es vielleicht noch nicht im Südatlantik verschollen ist. Offenbar hat die Besatzung versucht eine Verbindung zu Marinestützpunkten aufzunehmen. „Wir haben sieben Signale von Anrufen mit einem Satellitentelefon empfangen, die vom U-Boot San Juan kommen könnten“ teilte Verteidigungsminister  Oscar Aguad am Samstagabend auf Twitter mit.

 

 

Wie das Verteidigungsministerium bekannt gab, dauerten die Anrufversuche zwischen 4 und 36 Sekunden über einen Zeitraum von etwa fünf Stunden- eine Verbindung kam aber nicht zustande. Die Signale seien aber ein Zeichen dafür, dass die „ARA San Juan“ anscheinend aufgetaucht sei, sagte Marinesprecher Enrique Balbi. Wenn hoher Wellengang herrschen sollte, könnte das die Verbindung erheblich stören. „Die Kürze der Verbindung zeigt an, dass sie ein sehr schwaches Signal hatten“, so Balbi. Das würde die genaue Lokalisierung sehr erschweren.

Alle Kommunikatonsstationen an der Küste wurden angewiesen, auf allen Frequenzen nach Signalen von dem U-Boot zu suchen.

Das U-Boot war in Ushuaia in Feuerland ausgelaufen und sollte am Wochenende eigentlich seinen Heimathafen Mar del Plata, 400 Kilometer südlich von Buenos Aires, erreichen. Doch es kam nicht an. Als die letzte Funkverbindung einging fuhr das U-Boot gerade durch den Golf von San Juan, südöstlich der Halbinsel Valdés. Seitdem ist es verschwunden im Südatlantik.

Inzwischen wurde eine internationale Suchaktion gestartet, an der sich zehn argentinische Kriegsschiffe, ein britisches Schiff und drei US-Flugzeuge beteiligen. Auch Brasilien, Chile, Uruguay und Südafrika haben ihre Unterstützung angeboten. Papst Franziskus, gebürtiger Argentinier, versicherte am Samstag in Rom, für die Besatzung zu beten.

Eine der 44-köpfigen Crew ist die 35-jährige Eliana Krawczyk, die erste U-Boot-Offizierin in der Geschichte Argentiniens und ganz Südamerikas. „Ihre Liebe ist das Meer“, sagte ihr Vater. Im Hafen von Mal del Plata  versammelten sich am Wochenende Angehörige der U-Boot-Besetzung.

 

© 2017 RTL II News | Alle Rechte vorbehalten.