• 08.12.2017
  • 09:08 Uhr

Bitcoin: Die Mega-Spekulation geht weiter

Doof, dass Gamer jetzt nicht mehr damit zahlen können.

Bitcoins sind sündhaft teuer - aber als Geld nicht zu gebrauchen.

Wie steil kann die heißeste aller Kryptowährungen noch gehen? Am Donnerstag gab es für einen Bitcoin in der Spitze sagenhafte 16.315 Dollar. Als Grund für den jüngsten Kurssprung gilt die baldige Einführung von Terminkontrakten auf Bitcoins. Terminkontrakte sind Optionsscheine oder Zertifikate, die von Banken herausgegeben werden. Man kann mit ihnen auf fallende als auch steigende Kurse wetten.

Die Terminkontrakte könnten heute schon in den USA auf den Markt kommen und damit die Bitcoin-Währung stärker ans traditionelle Finanzgeschäft heranführen. Finanzprofis rechnen jetzt mit sehr heftigen Kursschwankungen beim Kryptogeld.

Echten Bitcoin-Usern wird das gar nicht schmecken! Wer mit dem Digitalgeld tun will, was man mit Geld so macht, nämlich zu bezahlen und zu überweisen, muss derbe Nachteile in Kauf nehmen. Und der Markt reagiert.

So hat der Spiele-Publisher Valve verfügt, dass Bitcoin ab sofort nicht mehr auf der sehr populären Gaming-Plattform Steam akzeptiert wird. Gründe dafür seien hohe Gebühren sowie die drastischen Wertschwankungen. Aber: Eine Rückkehr der Zahlungsmethode sei zwar nicht ausgeschlossen, nur wann das sein sollte, verriet Valve nicht.

In diesem Jahr sind vor allem die Gebühren im Bitcoin-Netzwerk deutlich angestiegen. In der vergangenen Woche mussten Kunden fast 20 US-Dollar für eine Transaktion zahlen. Vor zwei Jahren, zur Einführung der Zahlungsmethode bei Steam lag der Preis bei etwa 0,20 US-Dollar.

Zudem waren die Wertschwankungen schwer zu verkraften. Für Gamer führte das dazu, dass entweder die Zahlungen zurückerstattet wurden oder die Käufer  ausstehende Beträge nachreichen musste. Die Transaktionsgebühren fielen jedes Mal neu an. Darum hieß es jetzt bei Valve: Bitcoins, nein danke!

  • 06.12.2017
  • 18:17 Uhr

Was genau ist eigentlich dieser Bitcoin?

Die Digitalwährung Bitcoin reißt einen Rekord nach dem anderen. Jetzt kletterte der Kurs erstmals über die Marke von 12.000 US-Dollar. Wir klären die wichtigsten Fragen:

Was genau ist Bitcoin?

Bitcoin ist eine digitale Währung, die seit 2009 in Umlauf ist. Im Gegensatz zum Euro oder Dollar werden Bitcoins nicht als Münzen geprägt oder auf Scheinen gedruckt, sondern von vielen Menschen rund um den Globus mit Computern errechnet. Man kann Bitcoins aber auch mit herkömmlichen Währungen kaufen. Das virtuelle Geld soll einen Zahlungsverkehr ermöglichen, der unabhängig von Regierungen und Banken funktioniert. Dabei können Transaktionen beschleunigt und Kosten minimiert werden.

Wie funktioniert das System?

Hinter Bitcoin steht die sogenannte Blockchain-Technologie, die auch als digitaler Kontoauszug bezeichnet wird. In den miteinander verketteten Blöcken sind alle jemals getätigten Transaktionen abgespeichert und öffentlich einsehbar. Mit Verschlüsselungstechniken wird gewährleistet, dass nur die Eigentümer der Bitcoins Transaktionen vornehmen können. Außerdem wird sichergestellt, dass eine Bitcoin-Einheit nur einmal ausgegeben werden kann.

Kann man mit Bitcoin im Alltag bezahlen?

Ja, zumindest in bestimmten Geschäften. Unternehmer, die die Kryptowährung als Zahlungsmittel akzeptieren, müssen vorher eine Wallet, also eine digitale Geldbörse einrichten. Das sind vor allem Online-Shops, aber mittlerweile gibt es auch erste Restaurants, wo mit dem Kryptogeld gezahlt werden kann. Neben Bitcoins existieren auch viele andere Digitalwährungen wie Ethereum, Monero oder Ripple.

Warum steigt der Bitcoin-Kurs so stark?

Seit Jahresbeginn hat der Bitcoin etwa 900 Prozent an Wert gewonnen, weil sie bei Anlegern immer beliebter werden.  Insbesondere Japan gilt als Hochburg, aber auch in Ländern mit politischen Spannungen wie Venezuela wird der Bitcoin als Alternativwährung stark nachgefragt. Einen zusätzlichen Schub hat der Bitcoin erhalten, weil die große US-Terminbörse CME die Einführung eines speziellen Finanzprodukts (Bitcoin-Future) plant. Digitalwährungen an sich profitieren auch von sogenannten digitalen Börsengängen, bei denen Anleger neu geschaffene Kryptowährungen erwerben.

Ist dieser Kursanstieg gerechtfertigt?

Das ist eine schwierige Frage, weil die Bestimmung eines angemessenen Bitcoinkurses Probleme aufwirft. Der Grund: Im Gegensatz zu herkömmlichen Währungen wie dem Euro stehen hinter Kryptowährungen keine größeren wirtschaftlichen Entwicklungen oder Trends wie Wirtschaftswachstum oder Inflation. Sicher ist aber, dass derart heftige Kursanstiege und Kursschwankungen wie beim Bitcoin höchst ungewöhnlich sind. Manche Experten tun sich schwer, im Bitcoin mehr als eine spekulative Blase zu sehen. Auf der anderen Seite gilt die Blockchain-Technologie als zukunftsweisend, wenn es um die Abwicklung von Transaktionen geht. Viele Banken haben deshalb ein hohes Interesse.

Warum ist die Digitalwährung umstritten?

Da die Teilnehmer anonym bleiben können, wird das Kryptogeld häufig in der Cyberkriminalität eingesetzt. So werden viele Opfer von Erpressungstrojanern aufgefordert, das Lösegeld in Form von Bitcoins zu leisten. Ein großer Nachteil ist außerdem die Umweltbelastung durch Bitcoin. Laut Berechnungen von Digiconomist.com wird für eine einzelne Transaktion 294 Kilowattstunde Strom verbraucht. Der hohe Energiebedarf entsteht vor allem beim Schürfen neuer Bitcoins in den gigantischen Rechenzentren.

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