• 02.07.2018
  • 15:46 Uhr

Hippe Metzger auf Insta

Coole Fleischer werben für Nachhaltigkeit.

Ja ok, in Zeiten von Massentierhaltung und industrieller Tierzucht gilt Fleisch essen nicht unbedingt als trendy. Andererseits schießen zum Beispiel seit ein paar Jahren massenhaft Burgerrestaurants aus dem Boden, die dem Hackpatty im Brötchen zu neuem Ruhm verholfen haben. Und moderne junge Metzger versuchen, das Image vom „Fleisch“ etwas auf zu peppen und mit Fotos von Vieh und Schlacht zu zeigen, wie gut nachhaltige Tierzucht funktionieren kann. Dann kann man auch guten Gewissens mal Steak oder Schnitzel essen.

Make Fleisch great again

Mit langen Haaren und Hipster-Hut zeigt zum Beispiel Jack Matusek aus Texas, Metzger in siebter Generation,  seinen rund 2000 Followern ALLES rund ums Fleisch. Checkt mal seinen Account, ist wirklich interessant:

 

 

In der gläsernen Metzgerei „Kumpel & Keule“ in Berlin guckt der Kunde zu, wie sein Fleisch zubereitet wird. Für alle anderen teilen die Fleischer ihre Arbeit in den sozialen Netzwerken.

„Wie leben die Tiere, wie sehen sie aus, wie werden sie geschlachtet, das können wir den Leuten zeigen. Die können uns folgen, mir folgen wenn ich auf der Weide bin und das finden Leute heutzutage wieder wichtig,“ sagt Hendrik Haase von „Kumpel  & Keule“.

 

 

Vom friedlichen Leben im Matsch bis hin zur Live-Zerteilung. Blutig, roh, echt – für manche ist das zu viel, für andere total cool. Der Psychologe weiß, woher sowohl Abneigung, als auch Interesse kommen:

„Der eine Grund ist, dass Menschen sich immer freuen, wenn es um etwas erdig, natürliches geht, das hat ja etwas sehr Archaisches. Das andere ist, dass es für viele um so ne Bewusstheit geht, zu gucken wo kommt denn das her, was ich esse,“ erklärt Psychologe Florian Klampfer.

Und die hippen Insta-Metzger sprechen vielen aus der Seele: Statt Massentierhaltung, Antibiotika-Kälbern und gepanschter Wurst –Nachhaltigkeit!

„Man kann nicht immer nur die schönsten Steaks essen, sondern muss sich bewusst sein, dass das Tier aus mehreren Teilen besteht. Wir wollen versuchen, es den Leuten wieder näher zu bringen, warum ist ne Leber geil, warum sind Nieren geil, warum kann man auch mal wieder ein Rinderherz machen und da vielleicht ein paar Rezeptideen zu geben,“ meint Nadine Fuchs von „Kumpel&Keule“.

Und: Knapp sechzig Kilo Fleisch isst der Durschnittsdeutsche im Jahr – die Insta-Metzger finden: am besten von Tieren, deren Namen man kennt!

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