• 15.04.2018
  • 11:37 Uhr

Marathon nach Genickbruch

Es klingt unglaublich: Ironman-Star Tim Don will nur sechs Monate nach seinem Unfall wieder an den Start gehen.

Ironman-Weltrekordhalter Tim Don will dorthin zurück, wo er im Oktober 2017 schwer verunglückte: zurück nach Hawaii.

Es gibt dieses Ironman-Motto: Alles ist möglich. Tim Don kennt es. Er ist der Ironman-Weltbestzeithalter. Keiner absolvierte einen Wettkampf der offiziellen Marke über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen jemals schneller. Doch jetzt will der 40 Jahre alte Brite dieses Motto auf die Spitze treiben.

 

 

Er will rund sechs Monate nach einem Genickbruch beim legendären Boston-Marathon an den Start gehen. Aber nicht nur mitlaufen, Don will die 42,195 Kilometer in 2:50 Stunden schaffen und damit fast in der Zeit, die er im Mai 2017 bei seinem Weltrekord-Ironman (7:40:23) in Brasilien für den abschließenden Marathon (2:44:46) benötigt hatte.

 

 

Der 40-Jährige war bei einer Trainingsausfahrt auf Hawaii am 11. Oktober nur drei Tage vor der WM verunglückt. „Ich bin auf dem Boden aufgewacht nach einem Unfall. Ich hatte eine Halsmanschette an, konnte mich nicht bewegen“, schildert Don in diesem Video:

 

 

„Die Ärzte kamen rein und sagten mir, mein Hals wäre gebrochen.“ Ihm blieben drei Möglichkeiten: Eine weiche Halskrause, eine Operation oder das sogenannte Halo – ein Gestel, in das der Kopf regelrecht eingespannt wird. Dabei wird der Schädel mit Titanschrauben fixiert.

 

 

„Ich wollte einfach nur wieder Rennen bestreiten, das hab‘ ich mir gesagt.“ Nur dabei zu sein, würde ihm aber nicht reichen. „Das einzige, was ich tun konnte, war daran zu glauben zurückzukehren.“ Der Moment, in dem er vom Halo befreit wurde: „Eine Erleichterung.“

 

 

Sechs Monate und fünf Tage nach seinem Unfall ist Boston die erste große Etappe. „Und dann hoffentlich ein Ironman im Juli“, sagte er. Hamburg oder Zürich, einer von beiden soll es sein, um die Qualifikation für Hawaii zu schaffen. „Und dann, dann gewinne ich in Kona“, lacht Don. „Man muss hohe Ziele haben.“ Auch wenn sie manchmal unmöglich erscheinen.

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