• 04.10.2017
  • 14:33 Uhr

Schluss mit Photoshop-Schummeleien

In Frankreich müssen retuschierte Werbemodels jetzt gekennzeichnet werden.

Abseits von Laufstegen müssen retuschierte Models ab sofort gekennzeichnet werden.

Schöne Kurven, reine Haut und Traummaße von 90-60-90. Die meisten Models sehen in der Werbung nahezu perfekt aus. Doch oft wird da mit Photoshop ordentlich nachgeholfen. Damit soll jetzt Schluss sein, hat die französische Regierung beschlossen. Die Medien- und Werbeindustrie soll keine falschen Körperideale mehr vermitteln.

Laut neuem Gesetz müssen:

  • Werbefotos, in denen die Abbildung von Models nachträglich bearbeitet wurde, mit dem Hinweis „photographie retouchée“ gekennzeichnet werden
  • bei fehlenden Hinweisen mehrere Zehntausend Euro Strafe bezahlt werden
  • die Fotos gekennzeichnet werden, in denen Körperformen nachträglich bearbeitet wurden – also beispielsweise schlankere Taillen

 

Essstörungen sind in Frankreich ein weit verbreitetes Problem. Rund 600.000 junge Menschen leiden an einer Essstörung –  40.000 davon sind magersüchtig.

Seit Mai 2017 dürfen in Frankreich außerdem Models ihren Job ohne ärztliches Gutachten nicht mehr ausüben. Damit soll verhindert werden, dass Magermodels auf den Laufsteg geschickt werden.

Allerdings gibt es einen Haken. Von der Kennzeichnung betroffen ist nur die Manipulation von Körperformen –  nicht also das Ausbügeln von Falten oder das Bleachen von Zähnen. Außerdem gilt die Regelung nur für Werbung – nicht also für Magazinstrecken.

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