• 02.09.2017
  • 12:49 Uhr

So reagiert der DFB auf die Fan-Schande

Rechte Parolen und üble Schmähgesänge – 200 rechte Krawallmacher fielen in Prag sehr negativ auf.

DFB-Sieg mit fadem Beigeschmack: Mehr als 200 deutsche Anhänger zeigten sich in Prag von ihrer schlechtesten Seite.

Sieben Spiele, sieben Siege – so lautet die makellose Bilanz der DFB-Elf in der aktuellen Qualifikationsrunde zur WM 2018 in Russland. Nach dem gestrigen 2:1-Sieg (0:1) in Prag gegen Tschechien müsste die Stimmung dementsprechend gut sein, ist sie aber nicht. Deutsche Anhänger, die rechtsextreme Parolen skandierten, die eigenen Spieler beschimpften und den DFB während einer Schweigeminute mit Schmähgesängen bedachten, sind in aller Munde.

Nachdem gestern bereits die Mannschaft nach Abpfiff auf ihren üblichen Gang in die Fankurve verzichtet hatte, sah sich jetzt auch DFB-Präsident Reinhard Grindel zu einer Reaktion gezwungen. Der DFB-Elf bescheinigte er dabei ein feines Gespür, indem sie sich mit ihrer Aktion eindeutig vom Verhalten eines Teils der deutschen Zuschauer in Prag distanziert habe. 

Die Mannschaft habe ein klares Signal ausgesendet: „Ihr seid nicht unsere Fans. Ihr seid Krawallmacher. Ihr habt im Stadion nichts verloren. Ihr missbraucht die Bühne des Fußballs. Wir sind nicht Eure Mannschaft.“

 

 

„Als ganz schlimm“, bezeichnete Siegtorschütze Mats Hummels die Vorfälle. Das habe schon bei der Schweigeminute angefangen. „Da gab es schon ein schlechtes Verhalten von einigen. Timo Werner wird beleidigt, bepöbelt. Dann fangen die Fans an, diesen Scheiß zu rufen. Da distanzieren wir uns komplett davon.“

Eine Gruppe von rund 200 deutschen Anhängern, die ihre Tickets nicht über den offiziellen Verkaufsweg des DFB bezogen hatten, attackierten mit Sprechchören während der Schweigeminute für verstorbene tschechische Altinternationale den DFB.

Der Leverkusener Julian Brandt berichtete von „Gesängen mit nationalsozialistischem Hintergrund“, die von den Spielern auf dem Rasen wahrgenommen wurden.

Hummels forderte Konsequenzen: „Diese Leute machen den Fußball selbst kaputt und machen das wissentlich. Deshalb muss man einfach schauen, dass man sie aus dem Stadion rauskriegt.“

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