• 20.06.2018
  • 18:16 Uhr

Sexismus-Vorwurf: AStA Bielefeld vs. Cro

Dem Allgemeinen Studienausschuss ist aufgefallen, dass der Deutsch-Rapper ein problematisches Frauenbild vertritt.

Ist Cro ein waschechter Panda...äh...Sexist?

Cro soll am Donnerstag beim Campus-Festival der Bielefelder Uni auftreten. 15.000 Besucher werden erwartet, doch nun steht der Gig des Headliners womöglich auf der Kippe.

„Cros Texte sind sexistisch und von Gewaltphantasien geprägt. Das ist jetzt nicht neu im Rap oder anderen Genres der Musikwelt. Das dahinter liegende Gesellschafts- und Geschlechterbild wird kaum gesehen, denn dies würde eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Verhältnissen, wie Sexismus, voraussetzen“, schreibt der AStA bei Facebook.

Keine Lust, Cro eine Bühne zu geben

Und: „Solange solche Diskussionen nicht stattfinden, werden Künstler wie Cro, Kollegah oder die Straßenbande 187 auch weiterhin Platten verkaufen und auf Festivals auftreten. Wir haben keine Lust, Cro eine Bühne zu geben, auf der er seinen Sexismus und seine Gewaltfantasien zum Besten geben kann.“ Die Platten des Künstlers würden sich zwar massenhaft verkaufen, genau das jedoch sei ein Problem: „Sexismus kommt in der Gesellschaft gut an und verkauft sich gut. Vertiefte Diskussionen über Sexismus werden kaum geführt und wenn, dann anhand einiger weniger Textbeispiele.“

Vor allem Cros jüngstes Album „tru“ stößt den Studierenden sauer auf: „Es geht um Frauen, Sex, Geld und Ansehen. Ins Auge sticht da vor allem Cros Frauenbild, das sich in zahlreichen alten und neuen Songs widerspiegelt.“ Frauen seien für ihn offenbar nur Sexsymbole und „konsumierbare Objekte“, sie würden als „Chicks“ bezeichnet, oder er wünsche sich, sie zu „besitzen“.

Keinen Bock auf Sexismus

„Damit reiht er sich in ein patriarchales Bild ein: Männer besitzen Frauen. Mit Gleichberechtigung hat das wenig zu tun!“, so der AStA. „So soft Cro auch daher kommen mag, seine Texte und seine Inhalte nerven uns seit seiner ersten Single.“

Dass der Auftritt von Cro tatsächlich noch gecancelt wird, ist unwahrscheinlich, und das scheint den protestierenden Studierenden auch klar zu sein. Offenbar geht es ihnen eher um Aufklärung und langfristige Veränderungen. Ihren Facebook-Post schließen sie nämlich mit den Worten: „Wir haben keinen Bock auf Sexismus, in gemachte Geschlechterrollen gedrängt oder zu Sexobjekten degradiert zu werden! Deswegen hoffen wir Rapper wie Cro ein letztes Mal auf dem Campus Festival gesehen zu haben!“

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