• 16.06.2018
  • 10:46 Uhr

Auschwitz-Zeilen sind nicht strafbar

Ermittlungen gegen Gangster-Rapper Kollegah und Farid Bang eingestellt.

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hat die umstrittenen Liedzeilen von der Musiker Kollegah und Farid Bang geprüft.

Die umstrittenen Textzeilen der Gangster-Rapper Kollegah und Farid Bang sind nicht strafbar. Das hat eine Prüfung durch die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ergeben. Die Ermittlungen seien deswegen eingestellt worden, sagte Behördensprecher Ralf Herrenbrück.

Zwar seien die Liedtexte voller vulgärer, menschen- und frauenverachtender Gewalt- und Sexfantasien, heißt es in der Entscheidung. Weil sie aber damit dem Genre „Gangsta-Rap“ gerecht werden, sei dies nicht strafbar. Denn auch für diese Musikrichtung gelte die in der Verfassung verankerte Kunstfreiheit.

Geschmacklos, aber keine Leugnung des Holocausts

Die viel kritisierte Zeile „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ sei weder eine Billigung noch eine Verharmlosung der NS-Herrschaft und ihres Völkermordes, so die Staatsanwaltschaft. Der Vergleich von KZ-Insassen mit dem eigenen Körper möge geschmacklos sein, aber: Er stelle auch keine Leugnung des Holocausts dar. Gleiches gelte für die Zeile „Mache mal wieder ’nen Holocaust“. Diese Ankündigung sei weder eine Aufforderung zur Gewalt noch eine Verharmlosung des Holocausts. Wesensmerkmal des „Gangsta-Rap“ sei nun einmal die Glorifizierung von Kriminalität und Gewalt.

Nach dem Eingang mehrerer Strafanzeigen im Zuge des Eklats bei der Verleihung des Musikpreises Echo waren die Liedtexte der Rapper auf ihre strafrechtliche Relevanz überprüft worden. Kollegah und Farid Bang waren trotz Antisemitismus-Vorwürfen mit dem Musikpreis ausgezeichnet worden. Dies hatte schließlich zu seiner Abschaffung geführt. Etliche Musiker hatten zuvor ihre Echo-Preise aus Protest zurückgegeben.

  • 07.06.2018
  • 23:28 Uhr

Rapper in Auschwitz

Kollegah und Farid Bang zu Besuch in der KZ-Gedenkstätte.

So ernst und ehrfürchtig kennt man die beiden Rapper selten: Kollegah und Farid Bang haben an der Todeswand der KZ-Gedenkstätte einen Kranz niedergelegt. Sie sind damit der Einladung des Vizepräsidenten des internationalen Auschwitz-Komitees, Heubner, gefolgt und haben das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau besucht.

Der Hintergrund: Die Texte der Rapper sind massiv umstritten. In einem Song rappen sie „mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“. Nach dem Skandal um die Verleihung des ECHO-Musikpreises an die beiden, hatte das Auschwitz-Komitee sie eingeladen, sich mal vor Ort ein Bild davon zu machen, was „Auschwitz“ im dritten Reich für die Insassen bedeutet hat.

Nach ihrem Besuch sagte Heubner, Kollegah und Farid Bang hätten die Gedenkstätte „nachdenklich, betroffen und voller Fragen“ verlassen.

Mehr Aufnahmen von dem Besuch seht ihr im Video.

  • 03.05.2018
  • 12:46 Uhr

Kollegah und Farid Bang besuchen KZ-Gedenkstätte

Die beiden Rapper nahmen nach dem Echo-Skandal eine Einladung des Internationalen Auschwitz-Komitees an.

Farid Bang & Kollegah

Sie wurden trotz antisemitischer Texte wie – „Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“ – mit einem Echo ausgezeichnet. Nicht nur Musikfans waren sauer. Jetzt sagten Kollegah und Farid Bang einen Besuch der Auschwitz-Gedenkstätte in Polen zu.

„Wir nehmen die Einladung an“, zitierte die BILD Farid Bang. Die hatte der Vizepräsident des Auschwitz-Komitees Christoph Heubner zuvor an die beiden Rapper gerichtet und den 03. Juni vorgeschlagen. Der Besuch soll aber keinesfalls ein Event werden,  eher eine Konfrontation mit der Geschichte.

Offenbar wollen die beiden Rapper die Wogen glätten und ein Signal setzen. Zahlreiche Musiker hatten nach der Auszeichnung der beiden protestiert, sogar ihre Echos zurückgegeben. Nach er Echo-Debatte wurde der Musik Preis dann sogar vor gut einer Woche abgeschafft.

Derzeit ermittelt die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft gegen Kollegah und Farid Band. In beiden Fällen wegen Volksverhetzung. Aktuelle und frühere Songs sollen nun überprüft werden. Die Staatsanwaltschaft schaut, ob sich die Rapper damit strafbar gemacht haben.

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