• 18.09.2017
  • 07:50 Uhr

Die Emmys werden zur Polit-Show

Weil Dauersieger "Game of Thrones" in diesem Nominierungszeitraum keine neue Staffel hatte, war der Weg frei für andere - und politische Satire und Drama-Serien räumten ab.

Zehn Monate ist die US-Präsidentschaftswahl nun schon her, aber Donald Trumps Triumph hat die erste Emmy-Verleihung seiner Amtszeit zur Polit-Show werden lassen. „Der größte TV-Star des vergangenen Jahres ist Donald Trump“, sagt Moderator Stephen Colbert bei der Gala im Microsoft Theater in Los Angeles. „Jede Show war auf irgendeine Weise von Trump beeinflusst.“

Vor allem „Saturday Night Live“, die politische Satire-Show, die mit Parodien von Clinton und Trump für Furore sorgte. Kate McKinnon und Alec Baldwin gewinnen dafür Emmys als beste Nebendarsteller in einer Comedy-Serie. „Teil dieser Staffel von ‚Saturday Night Live‘ zu sein, war das Bedeutendste, was ich je machen werde, wahrscheinlich sollte ich jetzt einfach aufhören“, sagt McKinnon schluchzend in ihrer Dankesrede. „Ich danke Hillary Clinton für ihre Anmut.“

 

 

Und Baldwin wendet sich direkt an Trump, den er in der Serie parodiert: „Ich schätze, ich sollte sagen: Mr. Präsident, hier ist endlich ihr Emmy.“

 

 

Mehrfach war Donald Trumps TV-Show „The Apprentice“ für Emmys nominiert, gewann aber nie, worüber er sich lautstark beschwerte.

Insgesamt gewinnt „Saturday Night Live“ neun der wohl wichtigsten Fernsehpreise der Welt. Daneben gewinnen vor allem die Serien „Veep – Die Vizepräsidentin“, „Big Little Lies“ und „The Handmaid’s Tale“, sowie John Oliver’s Late-Night-Politiksatire „Last Week Tonight“.

 

 

Um den US-Präsidenten aber scheint bei dieser 69. Emmy-Verleihung niemand herumzukommen. „Ich danke Donald Trump, dass er Schwarze zu den am meisten unterdrückten Menschen gemacht hat, er ist wahrscheinlich der Grund dafür, dass ich jetzt hier stehe“, sagt Afroamerikaner Donald Glover, als er für seine Rolle in „Atlanta“ als bester Hauptdarsteller in einer Comedy-Serie geehrt wird.

Insgesamt gebe es derzeit ganz schön viel gute Fernsehstoffe in den USA – aber wer habe Zeit, das alles anzuschauen? „Niemand hat so viel Zeit – bis vielleicht auf den Präsidenten, der scheint zu viel Zeit zum Fernsehschauen zu haben. Hallo, Herr Präsident, ich freue mich schon auf ihre Tweets“, so Moderator Colbert.

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