• 24.01.2018
  • 15:06 Uhr

„Fack Ju Göhte“: Als Marke zu schmuddelig

Für das EU-Gericht ist der Filmtitel vulgär und deshalb nicht schützenswert.

Ein Titel taugt nicht als Brand, weil er zu igitt ist? Für den deutschen Filmhit „Fack Ju Göhte“ trifft das zu, jedenfalls nach dem Urteil des EU-Gerichts. Die Richter sehen in dem Titel einen Verstoß gegen die guten Sitten. Darum kann der nicht als Marke geschützt werden.

Vom Erfolg unbeeindruckt

Der englische Ausdruck „fuck you“ und damit der gesamte angemeldete Titel sei vulgär, heißt es in der Begründung. Dass die Filme der „Fack Ju Göhte“-Reihe von Millionen Menschen gesehen worden seien, bedeute nicht, dass Verbraucher nicht von dem Titel schockiert sein könnten. Die Constantin Film Produktion GmbH hatte geklagt. Sie kann nun innerhalb von zwei Monaten noch in letzter Instanz vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH) ziehen. Das EU-Gericht ist dessen vorgelagerte Kammer.

Constantin Film hatte schon 2015 versucht, „Fack Ju Göhte“ als Marke etwa für Spiele, Schreibwaren und Getränke in Europa schützen zu lassen. Das zuständige Markenamt lehnte dies aber ab. „Fack Ju Göhte 3“ war mit fast sechs Millionen Besuchern der mit weitem Abstand erfolgreichste Kinofilm 2017 in Deutschland. Insgesamt hatte die Trilogie mit Hauptdarsteller Elyas M’Barek in Deutschland mehr als 21 Millionen Kinobesucher.

Beleidigend – auch gegen Goethe

Das Markenamt hatte argumentiert, dass Verbraucher in Deutschland und Österreich die Aussprache von „Fack Ju“ wie den englischen Kraftausdruck „fuck you“ wahrnähmen. Dieser stelle eine anstößige und vulgäre Beleidigung dar. Die Ergänzung „Göhte“, mit der ein hoch angesehener Schriftsteller wie Johann Wolfgang von Goethe verunglimpft werde, könne vom verletzenden Charakter der Beschimpfung „Fack Ju/fuck you“ nicht ablenken, entschied das Amt weiter.

Das EU-Gericht bestätigte die Entscheidung des Markenamtes. Würden Produkte des alltäglichen Gebrauchs mit dem Titel versehen, wären Verbraucher etwa beim normalen Einkauf mit ihm konfrontiert, befanden die Richter. Das Ganze sei doch aber ein Scherz, den die Menschen auch verstünden, hatte Constantin Film vorgebracht. Das Gericht hatte da seine Zweifel.

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