• 04.09.2017
  • 15:59 Uhr

Tübingen: Darmbakterien in Frühchenstation

Sieben mit den Keimen infizierte Babys wurden getrennt untergebracht.

Schwangere mit dem Risiko einer Frühgeburt werden in Tübingen vorerst nicht angenommen und stattdessen nach Stuttgart oder Böblingen verwiesen.

Im Tübinger Universitätsklinikum sorgen gefährliche Darmbakterien für Beunruhigung. Sieben von 18 in der Frühchenstation betreuten Babys sind von den gefährlichen Darmbakterien befallen.

Seit Mitte August wurde das Bakterium Enterobacter aerogenes bei mehreren Kindern festgestellt. Bis einschließlich Freitag dürfen keine weiteren Frühchen mehr aufgenommen werden. In der Zwischenzeit werde nach der Quelle des Bakteriums gesucht.

Die aktuell betroffenen Kinder wurden von den anderen getrennt, um eine Verbreitung des Keims zu vermeiden. Wichtig in diesem Zusammenhang: Nicht jedes von dem Bakterium besiedelte Kind wird auch zwangsläufig krank.

Bei Neu- und Frühgeborenen könne es aber zu einer Sepsis – einer Blutvergiftung – kommen, sagte der Oberarzt der Abteilung, Christian Gille. Auch Hirnhautentzündungen seien möglich. Ein Kind litt infolge des Bakteriums an einer Infektion, die aber laut Klinik bereits abgeklungen ist.

In der Klinik wurde der Keim zunächst weder auf Flächen noch in der Luft festgestellt, so Gille weiter. In den meisten Fällen bekomme man nicht heraus, wo das Bakterium hergekommen sei.

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