• 11.10.2017
  • 10:01 Uhr

Zehnjähriges Kind an Tollwut erkrankt

Das Kind aus Frankreich war in Sri Lanka am Strand von infizierten Hunden gebissen worden.

Bisse oder Kratzer durch kranke Straßenhunde können ausreichen, um sich mit Tollwutviren zu infizieren. (Symbolfoto)

Zwar ist die Tollwut hierzulande seit Jahren absolut kein Thema mehr, doch gerade Asien-Reisende stehen vor jedem Trip immer wieder vor der Frage: gegen Tollwut impfen – ja oder nein.

Dass ein solcher Impfschutz weiterhin sinnvoll sein kann, zeigt ein aktueller Fall in unserem Nachbarland Frankreich. Dort wird seit vergangener Woche ein Kind wegen Tollwut behandelt. Das Kind hatte sich im August bei einem Aufenthalt in Sri Lanka mit den gefährlichen Tollwutviren infiziert. Einmal ausgebrochen ist die Krankheit fast zu 100 Prozent tödlich.

Pro Jahr weltweit rund 59.000 Todesfälle 

Die regionale Gesundheitsbehörde in Lyon betonte, dass weltweit noch keine Ansteckung zwischen Menschen nachgewiesen worden sei – abgesehen von sehr seltenen Fällen, bei denen Organe eines infizierten Spenders transplantiert wurden. Trotzdem seien vorsichtshalber die Menschen identifiziert worden, die direkten Kontakt zu Speichel oder Tränen des betroffenen Kindes hatten. Von Fall zu Fall werde nun geprüft, ob sie geimpft werden sollten.

Tollwutinfektionen sind in unseren Breitengraden extrem selten geworden: Seit 1970 wurden von französischen Behörden nur 23 Fälle registriert – die Infektion erfolgte immer im Ausland. Weltweit ist die Krankheit laut Weltgesundheitsorganisation jedoch für rund 59.000 Todesfälle im Jahr verantwortlich, vor allem in Afrika und Asien.

Übertragen werden die Viren von infizierten Säugetieren meist durch Bisse oder Kratzen. Es gibt wirksame Impfstoffe, die auch kurz nach einem Tierbiss noch helfen können. Nachzulesen im Tollwut-Ratgeber des Robert Koch-Institutes.

© 2017 RTL II News | Alle Rechte vorbehalten.