• 11.06.2017
  • 11:38 Uhr

Schuften in der Goldmine statt Schule

Noch immer arbeiten weltweit rund 168 Millionen Kinder, warnt Unicef zum morgigen Tag gegen Kinderarbeit.

Ein Junge steigt in einer wilden Goldmine im Südwesten von Mali in einen 40 Meter tiefen Schacht.

Jungs klettern 40 bis 50 Meter tief in die Minen. Dort buddeln sie mit einfachen Werkzeugen nach Gold. Ob sich das Edelmetall tatsächlich in den Eimern voller Schlamm befindet, die ans Tageslicht gezogen werden, wissen die Kinder nicht. Sie erhalten am Ende des Tages für ihre Knochenarbeit einen mickrigen Lohn, oft auch gar nichts. So beschreibt das UN-Kinderhilfswerk Unicef die Zustände in den wilden Goldminen um Kéniéba im Südwesten Malis. „Extreme Kinderarbeit entsteht dort, wo Menschen wissen, dass sie damit davon kommen.“

Weltweit arbeiten rund 168 Millionen Kinder – viele von ihnen in Regionen, die von Konflikten und Katastrophen betroffen sind. Mit dem morgigen Tag gegen Kinderarbeit will die Internationale Arbeitsorganisation darauf aufmerksam machen und das globale Problem bekämpfen. Kinderarbeit kann gesundheitlich schädlich oder sogar tödlich sein. Doch vor allem hält es die Jüngsten von Bildung fern, was sie „zu einem Leben in Armut verurteilt“. Nach jüngsten Zahlen tragen in Asien mehr als 78 Millionen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren regelmäßig zum Lebensunterhalt ihrer Familien bei. Sie verkaufen Waren auf der Straße, pflücken Baumwolle auf den Feldern oder hauen Ziegelsteine.

 

Tag gegen Kinderarbeit.dpa
Extreme Armut zwingt viele Familien dazu, ihre Kinder – wie hier in Dhaka (Indien) – zur Arbeit zu schicken.

 

Besonders große Probleme in der Textilindustrie

In Bangladesch, zunehmend aber auch in Myanmar, sind Kinder damit beschäftigt, Billigkleidung für den Export zu nähen. H&M und andere große Kleidungshändler haben erklärt, sie wollten gezielt gegen Kinderarbeit vorgehen. Doch dies ist eine große Herausforderung. Denn zum Beispiel ist die Praxis, mit den Papieren älterer Verwandter zum Einstellungstermin zu erscheinen, recht verbreitet.

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