• 09.09.2017
  • 16:09 Uhr

Das tun trinkende Schwangere ihrem Kind an

Eine Studie der Berliner Charité zeigt: 58 Prozent der befragten Schwangeren geben an, gelegentlich Alkohol zu trinken. Der heutige "Tag des alkoholgeschädigten Kindes" soll darauf aufmerksam machen.

Warum wird vor der Gefahr nicht deutlicher gewarnt?

Als Nina (Name geändert) im Alter von vier Jahren zu ihrer Pflegefamilie kam, hatte diese noch nie etwas von FASD – fetale Alkoholspektrum-Störungen – gehört. „Wir wussten, dass sie ein Kind drogenabhängiger Eltern war“, erzählt die Pflegemutter. „Wir dachten, mit viel Liebe und Geduld wird alles gut.“ Dass Nina eine durch Alkohol verursachte Behinderung hat, wurde erst festgestellt, als sie zwölf Jahre alt war.

Denn auf den ersten Blick wirkt die 15-Jährige kerngesund. Doch schon bei kleinen Alltagsarbeiten zeigen sich Probleme. „Sie ist in ihrer eigenen Welt. Sie hat keine Struktur. Sobald mehr als zwei Teile rumliegen, verliert sie den Überblick. Es ist keine Faulheit, sie kann es einfach nicht.“ Menschen mit FASD leiden unter angeborenen Fehlbildungen, geistigen Behinderungen, Entwicklungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten. Meist sind sie nicht in der Lage, ein selbstständiges Leben zu führen.

Der Verein FASD Deutschland geht von 10.000 betroffenen Neugeborenen pro Jahr aus. „FASD ist die häufigste angeborene geistige Behinderung und zu 100 Prozent vermeidbar“, schreibt die Organisation auf ihrer Internetseite. Professor Hans-Ludwig Spohr vom FASD-Zentrum Berlin sagt: „Alkohol ist eine sehr gefährliche Substanz, die in der Schwangerschaft irreversible Schäden anrichten kann.“

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