• 05.08.2017
  • 15:35 Uhr

Studie: Immer mehr Tote durch Extremwetter

"Der Klimawandel ist eine der größten globalen Bedrohungen für die menschliche Gesundheit im 21. Jahrhundert."

Wetterbedingte Katastrophen könnten am Ende des Jahrhunderts jedes Jahr etwa zwei Drittel der Europäer treffen.

Überschwemmungen, Dürren, Waldbrände, Stürme sowie Kälte- und Hitzewellen: Zwei Drittel der Europäer könnten Ende des Jahrhunderts jedes Jahr Wetterkatastrophen erleben. Das hat eine Forschergruppe der Europäischen Kommission berechnet. Durch diese extremen Wetterereignisse könnten von 2071 bis 2100 in der Europäischen Union, der Schweiz, Norwegen und Island jährlich sogar 80.000 bis 240.000 Menschen sterben.

Hitzewellen sind dabei mit Abstand am gefährlichsten: Nach den Berechnungen könnten in den letzten 30 Jahren des Jahrhunderts 99 Prozent der wetterbedingten Todesopfer auf hohe Temperaturen zurückzuführen sein. Deshalb ist das Risiko, von extremen Wetterereignissen betroffen zu sein oder gar dadurch zu sterben, sehr ungleich in Europa verteilt:

 

  • In Südeuropa werde im Durchschnitt nahezu jeder einmal pro Jahr wetterbedingte Katastrophen erleben. Dort rechnen die Forscher deshalb auch mit den meisten Toten durch Extremwetter von 2071 bis 2100: Jährlich rund 700 pro einer Million Einwohner. Dies übersteige sogar Prognosen für Todesraten durch Luftverschmutzung. Von 1981 bis 2010 seien es jährlich noch 11 pro einer Million Einwohner gewesen.
  • In Zentraleuropa (Deutschland, Schweiz, Österreich, Tschechien) werde es 64 Prozent der Bevölkerung treffen
  • In Nordeuropa nur 36 Prozent

 

So kommen die Berechnungen zustande

Die Wissenschaftler gehen bei ihren Rechenmodellen davon aus, dass sich der Ausstoß von Treibhausgasen über die Jahre nicht verringert. Nicht berücksichtigt wurden künftige Errungenschaften wie bessere medizinische Versorgung, Klimaanlagen oder Wärmedämmung an Häusern. Ebenfalls außen vor blieb bei den Berechnungen die prognostizierte Alterung der Gesellschaft. Dieser demografische Trend könne die vorgestellten Zahlen allerdings noch verschärfen, schreiben die Forscher, da ältere Menschen etwa empfindlicher auf extreme Hitze reagierten. Andere Wissenschaftler warnen jedoch, dass die Wettereffekte überschätzt sein könnten, da der Mensch sich veränderten Klimabedingungen anpassen könne.

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