• 05.08.2017
  • 20:07 Uhr

Spanien: Hass auf Urlauber schlägt in Gewalt um

Viele Spanier haben keinen Bock mehr auf Touristen - jetzt wird der Protest sogar gewalttätig.

„Touristen sind Willkommen. Aber wir, die Einheimischen, sind unerwünscht.“ Die Proteste in spanischen Urlaubsregionen werden immer schärfer – und teils sogar gewalttätig. 36 Millionen Ausländer sind im ersten Halbjahr eingereist. Die Strände kurz vorm Kollaps, und die Immobilienpreise explodieren. Jetzt wehren sich die Einwohner.

  • 31.07.2017
  • 17:58 Uhr

Mallorca ächzt unter Besucherlast

Die spanische Insel wird zunehmend zum Ziel für Urlauber. Inselbewohner sind darüber nicht sehr erfreut.

Seit Jahrzehnten zieht es die Deutschen auf die spanische Urlaubsinsel Mallorca. Nur rund drei Stunden Flugzeit bis ins Paradies, zahlreiche bezahlbare Hotels und Apartments sowie traumhafte Strände. Und die Zahl der Touristen steigt seit 2012 massiv an. Allein im letzten Jahr sind elf Millionen Menschen aus ganz Europa auf die Mittelmeerinsel geflogen.

Besucheransturm überfordert die Insel

Der Flughafen in Palma de Mallorca ist bereits überlastet. Inzwischen arbeiten hier knapp 4.000 Menschen, um den Ansturm bewältigen zu können. Denn der Airport muss teilweise bis zu 180.000 Passagiere pro Tag abfertigen. Von morgens bis abends starten und landen rund 800 Flugzeuge. Experten befürchten, dass darunter auch die Sicherheit am Flughafen leidet.

Doch auch bei den Hotelzimmern ist die Insel am Limit. Neue Hotels werden zunächst nicht gebaut, um auch den Besucheransturm zu relativieren. „Es gibt die Plätze, die wir jetzt haben . Und das war’s“, zitiert die „Bild“ den Bürgermeister von Palma de Mallorca. Im Moment gibt es auf der gesamten Insel Betten für mehr als 400.000 Touristen.

Einheimische sind sauer

Inzwischen haben sich bereits Bürgerinitiativen gegen die Mallorca-Besucher gegründet. Sie wollen den Massentourismus stoppen. Auch weil immer mehr Urlauber mittlerweile in Wohnungen von Mehrfamilienhäusern unterkommen, die als Ferienapartment über Internetplattformen vermietet werden. Schätzungsweise 3.000 – und das sei illegal, so die Bürgerrechtler. So gehe das Wohnungsangebot für die Einheimischen verloren. Es sei kaum noch bezahlbarer Wohnraum zu finden, beklagen Anwohner.

Insulaner sind angeekelt

Nicht jeder Urlauber reist zur Erholung auf die Insel. So hat sich der Ballermann zum Leidwesen der Insulaner zum Saufparadies entwickelt. Nach manch einer Nacht sieht es dort aus wie auf einer Müllhalde. Überall liegen Strohhalme, Verpackungen und leere Dosen. In den Bars kommt es teilweise zu Prügeleien, betrunkene Touristen pöbeln oder laufen grölend durch die Straßen. Insel-Urlaub sieht eigentlich anders aus.

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