• 12.10.2017
  • 12:10 Uhr

Rückruf: Matratzen mit Gift-Schaum

Über einen Monat lang hat BASF den belasteten Kunststoff produziert.

Der krebserregende Stoff wurde an die Matratzen- und Polster geliefert.

Rund einen Monat lang hat der Chemiekonzern BASF einen giftigen Kunststoff an die Polster- und Matratzenindustrie ausgeliefert. Doch erst langsam wird das Ausmaß klar. Denn über 7.500 Tonnen des giftigen Stoffes Dichlorbenzol sind mittlerweile im Umlauf. Nicht etwa BASF entdeckte die erhöhte Belastung, sondern ein Kunde. Wie dieser den Werten auf die Spur kam, dazu schweigt der Chemieriese.

Um welchen giftigen Stoff handelt es sich?

Toluoldiisocyanat, kurz TDI, ist ein Spezialkunststoff,  in dem deutlich überhöhte Werte von Dichlorbenzol enthalten sind. Dichlorbenzol reizt Haut und Atemwege und kann im schlimmsten Fall Krebs verursachen. Genau dieser in TDI enthaltene Stoff wurde an verschiedene Händler verkauft, um Polstermöbel und Matratzen herzustellen.

Worin ist der Giftstoff enthalten?

Dichlorbenzol ist eine organische Flüssigkeit. Sie wird in Form von TDI vor allem in Polyurethan-Schäumen eingesetzt. Sprich für elastische Schäume in Matratzen, in Polstern, Autositzen oder für Holzbeschichtungen.

Welche Produkte werden zurückgerufen?

BASF produzierte den Stoff im Zeitraum zwischen dem 25. August bis zum 29. September 2017. Der Konzern gibt selbst zu: es ist ein Problem herauszufinden, welche Matratze, welches Kopfkissen oder welcher Autositz wann mit genau welchen Stoffen hergestellt worden ist.

Trotzdem reagieren bereits einige Hersteller mit Rückruf-Aktionen:

  1. Dunlopillo-Matratzen: Betroffen sind Dunlopillo-Matratzen, die in den letzten 14 Tagen verkauft wurden. Sollten Verbraucher unsicher sein, ob ihre Matratze betroffen ist, können sie sich an die eingerichtete Dunlopillo Service-Hotline unter +49 69 999 997 830 wenden. Käufer können die betroffenen Matratzen direkt zurücksenden, die Kosten trägt das Unternehmen
  2. Emma-Matratzen: Wer eine Matratze oder ein Kissen im Zeitraum zwischen dem 26.09.2017 und dem 05.10.2017 gekauft hat, kann das Produkt kostenfrei zurücksenden oder abholen lassen.
  3. Recitel: Das belgische Unternehmen hat seine Auslieferung von Schaumstoffprodukten vorerst gestoppt.

 

Wie reagiert BASF?

Der Chemiekonzern führt die Belastung auf einen technischen Fehler in der Produktion zurück. Die Ursache werde derzeit beseitigt. Nach Angaben eines Sprechers liegen die in den Schäumen gemessenen DCB-Werte „deutlich“ unter dem Referenzwert von einem ppm (parts per million – Anteile pro Million). Dennoch will BASF das belastete, ausgelieferte TDI wieder zurückholen. Das Unternehmen hat zudem eine Kundenhotline eingerichtet. Verbraucher können fragen, ob der potenziell gefährliche Stoff in ihrer Matratze verarbeitet wurde: 0621 60-21919. Experten schätzen, dass Millionen-Kosten auf BASF zukommen werden.

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