• 09.07.2017
  • 09:06 Uhr

Rätsel um leuchtende Korallen gelöst

Wissenschaftler der Universität Southampton haben herausgefunden, dass spezielle Proteine dafür sorgen.

Wissenschaftler haben das Rätsel um Korallen gelöst, die auch in großer Wassertiefe leuchten.

Eigentlich siedeln sich Korallen gerne wenige Meter unter der Wasseroberfläche an. Denn um zu überleben, brauchen sie vor allem Licht. Doch Korallen kommen auch in größeren Tiefen zwischen 20 und 80 Metern vor. Obwohl dort nur noch wenig Licht ankommt, gibt es immer wieder Exemplare, die in kräftigem Orange leuchten. „Das könnten Taucher auch mit bloßem Auge wahrnehmen“, sagt Studienautor Jörg Wiedenmann. Das Phänomen stellte die Forscher lange vor ein Rätsel. Nun fanden sie heraus, dass spezielle Proteine für das Leuchten sorgen.

In große Tiefen dringt nur eine kleine Bandbreite des gesamten Lichtspektrums vor, hauptsächlich blau. Doch das blaue Licht wird schnell von den Organismen auf der Oberfläche der Koralle absorbiert und gelangt kaum noch in die tieferen Gewebeschichten. Dabei leben dort ebenfalls Algen, die Photosynthese betreiben. Deshalb wandeln spezielle Proteine das blaue Licht in orangenes um.

Aufgrund des Klimawandels stehen Korallenriffe vor allem in flachem Wasser zunehmend unter Stress. Am australischen Great Barrier Reef sorgt die Korallenbleiche immer wieder für Schlagzeilen. „Doch man kann jetzt nicht einfach alle Korallen in tieferen Gewässern ansiedeln, weil es dort kühler ist“, so Wiedenmann. „So einfach ist es nicht.“ Um Phänomenen wie der Korallenbleiche zu begegnen, müssen vor allem zwei Dinge geschehen: „Man muss global den Klimawandel bekämpfen und lokal dafür sorgen, dass die Bedingungen an den Riffen besser werden.“

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