• 17.07.2017
  • 08:43 Uhr

Facebook-Hetze nach Kundeninfo

Nachdem ein Friseurgeschäft auf einen syrischen Mitarbeiter hinwies, gab es heftige Beschimpfungen im Netz.

Es ist ein einfacher Aushang, der am Wochenende zu schlimmsten Reaktionen bei Facebook geführt hat. Das Team einer Friseurfiliale im sächsischen Zwickau beschrieb darauf, man könne wegen eines „syrischen Herrenfriseurs“ in einem bestimmten Zeitraum keine Damenkunden bedienen. Der Mann, der vor dem Krieg in seinem Heimatland geflohen war, bekam in dem Geschäft zuvor einen festen Job.

 

Der Aushang des Friseurgeschäfts in Zwickau
Der Aushang des Friseurgeschäfts in Zwickau

 

Eine Kundin des Friseurladens fotografierte diese Info ab und stellte sie auf ihrer Facebookseite in Netz. Der Post wurde daraufhin tausendfach geteilt und kommentiert. Darunter: Massive Entgleisungen zahlreicher User.

„Boykottieren – und da habe ich noch nicht gesagt Buttersäure verplempern“, „Ich glaube ich muss da mal mit meinem Schlagstock rum kommen“ und „Langsam kotzt es mich an, auf jeden Mist der Steinzeitmenschen Rücksicht zu nehmen“ sind nur drei der fiesen Kommentare, die die BILD zuvor zitiert hatte.

Unglücklich formuliert

Auch die Friseurkette ist entsetzt und reagierte sofort. Auf Facebook heißt es: „Den Unterstellungen, dass es sich um eine religiös motivierte Diskriminierung von Frauen handeln würde, möchten wir entschieden widersprechen.“

Denn der syrische Mitarbeiter hätte auf jeden Fall auch Frauen frisiert, hat das aber NIE gelernt.

„Der Mitarbeiter hat keine beruflich-fachliche Qualifikation, einen Damen-Haarschnitt auszuführen. Folglich bedient er ausschließlich Männer“, hieß es in dem Post der Friseurkette weiter.

 

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