• 09.06.2017
  • 18:44 Uhr

Heuler-Alarm an der Nordseeküste

Seit Ende Mai lässt sich wieder die Geburtenzeit der Seehunde im Wattenmeer beobachten.

Jeder kennt die Bilder von niedlichen Baby-Seehunden, die mit großen, dunklen Augen umherschauen und laut nach ihrer Mutter rufen. Daher werden sie auch „Heuler“ genannt. Die Nordseeküste ist der Lebensraum von zahlreichen Seehunden und Kegelrobben, die dort ihre Jungen zur Welt bringen. Dabei sollte man allerdings nicht vergessen, dass es sich um keine Kuscheltiere, sondern um Raubtiere handelt. Experten warnen davor, die Tiere anzufassen. Denn durch Störungen werden die Jungen von ihrer Mutter getrennt und an einem anderen Ort angetrieben.

Sollte Spaziergänger dennoch die Tiere berühren, gibt es die Möglichkeit die Jungtiere in einer Seehundestation unterzubringen. In der Schutz- und Aufzuchtstation im ostfriesischen Norddeich finden verwaiste junge Seehunde vorübergehend ein neues Zuhause. Dieses Jahr beginnt die Arbeit in der Station mit „Lea“, die von ihrer Mutter verlassen wurde. Das Jungtier wurde von Touristen zur Station gebracht.

Bei seiner Ankunft wog der Heuler gerade einmal 7,6 Kilogramm. Das notwendige Mindestgewicht zur Auswilderung beträgt 25 Kilogramm. Jährlich nimmt die Station circa 80 bis 150 verwaiste Tiere auf. In der Regel dürfen Jungtiere erst gerettet werden, wenn keine Chance mehr besteht, dass die Kontaktaufnahme mit der Mutter wiederhergestellt werden kann.

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