• 20.03.2017
  • 15:12 Uhr

High am Fließband: teurer Trip bei BMW

Die Produktion musste für längere Zeit unterbrochen werden, weil zwei Männer nach dem Konsum von Drogen kollabierten.

Reagenzgläser gefüllt mit neuen psychoaktiven Substanzen, auch Legal Highs genannt.

Es gibt nur wenige Jobs, bei denen man es sich leisten kann, auf der Arbeit high zu sein. Bei einem Verkäufer im Headshop gehört es vielleicht sogar dazu, aber als Fließbandarbeiter bei BMW?

Zwei bei dem Münchner Unternehmen angestellte Männer aus Polen sahen das offenbar eher locker und zogen sich während ihrer Nachtschicht am 3. März erstmal ordentlich einen durch. Unter anderem rauchten sie einen Joint, der mit einer synthetischen Kräutermischung versetzt war, dazu kamen Alkohol und Amphetamine. Gegen 22:40 Uhr klappten beide Männer plötzlich zusammen.

Sofort riefen ihre Kollegen den Notarzt, das Fließband in der Auspuffmontage stand für die nächsten vierzig Minuten still. Laut einem Sprecher von BMW beläuft sich der so entstandene Schaden auf einen „mittleren fünfstelligen Betrag“.

Auf die beiden Polen dürften jetzt disziplinarische Maßnahmen zukommen, denn Alkohol und Drogen sind natürlich auch bei BMW strengstens untersagt. Das kann durchaus ein Anlass für eine fristlose Kündigung sein, so Thomas Becker, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Potsdam gegenüber „Spiegel Online“.

Doch wer kommt nun für den Schaden auf? Becker dazu: „Es handelt sich hier um grobe Fahrlässigkeit – und den Schaden werden die beiden wohl in voller Höhe ersetzen müssen.“ Anders sei das bei normaler Fahrlässigkeit: Da beschränke sich die Haftung des Arbeitnehmers auf maximal drei Monatsgehälter.

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