• 13.04.2018
  • 14:39 Uhr

Wuppertal: Mann springt mit fremdem Kind vor Zug

Der 23-Jährige Täter und der Junge blieben fast unverletzt.

Gegen 18 Uhr kam es am Donnerstag am Hauptbahnhof Wuppertal-Eberfeld zu einem tragischen Zwischenfall: Während sich ein Ehepaar aus mit seinen 1-, 3- und 5-Jahre alten Kindern an einem Gleis des Bahnhofs aufhielt, griff plötzlich ein fremder Mann nach dem fünfjährigen Sohn und sprang ins Gleisbett. Mit dem Jungen lief der Fremde einem langsam einfahrenden Zug entgegen.

Der Lokführer bemerkte die Personen im Gleis und vollzog umgehend eine Notbremsung. Kurz vor einem Zusammenstoß legte sich der Täter mit dem Kleinkind ins Gleisbett längs zwischen die Schienen, so dass der Zug über die beiden Menschen einige Meter hinwegrollte. Der 23-Jährige lieb unverletzt, der Fünfjährige zog sich leichte Verletzungen zu, die im Krankenhaus behandelt wurden.

Bis zum Eintreffen der Polizei hielten Zeugen – unter ihnen der Vater des Jungen – den 23-Jährigen fest. Er befindet sich im Polizeigewahrsam. Es soll sich um einen seit 8 Jahren in Deutschland geduldeten Inder handeln. Er ist der Polizei durch mehrere Delikte bekannt. Unklar bleibt das Motiv des Verdächtigen.

In der Polizeivernehmung schweigt er. Weil ein Arzt nicht ausschließt, dass er psychisch gestört sein könnte, wird am Freitag ein Psychiater als Sachverständiger hinzugezogen. Von seinen Erkenntnissen wird nun abhängen, ob der 23-jährige Verdächtige in Untersuchungshaft kommt oder in eine geschlossene Psychiatrie.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Da wegen eines versuchten Tötungsdeliktes ermittelt wird, wurde eine mehrköpfige Mordkommission eingesetzt. Für die Dauer des Einsatzes und zur Sicherung von Spuren mussten die Gleise teilweise gesperrt bleiben.

Die weiteren umfangreichen Ermittlungen – insbesondere zu den Beweggründen des polizeibekannten Mannes aus Gelsenkirchen – dauern derzeit an. Die Familie befindet sich in psychologischer Betreuung.

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