• 13.04.2018
  • 16:52 Uhr

Keine Hoffnung mehr für Tengelmann-Chef

Karl-Erivan Haub führt eines der größten Handelsunternehmen der Welt.

Der Vorstandsvorsitzende der Handelsgruppe Tengelmann, Karl-Erivan Haub.

Die Familie des seit Tagen vermissten Tengelmann-Chefs Karl-Erivan Haub hat die Hoffnung aufgegeben, den 58-Jährigen noch lebend zu finden.

Haub war am vergangenen Samstagmorgen mit der Seilbahn auf den Berg Klein Matterhorn gefahren – seitdem gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihm. Tengelmann teilte jetzt im Namen der Familie mit: Nach mehr als sieben Tagen «in den extremklimatischen Bedingungen eines Gletschergebietes» bestehe keine Überlebenswahrscheinlichkeit mehr. Die Überlebendensuche sei auf eine Bergungssuche umgestellt worden.

„Dieses Unglück ist sowohl für die Familie Haub, als auch das gesamte Familienunternehmen eine furchtbare und für alle unfassbare Tragödie“, sagt Sieglinde Schuchardt, Pressesprecherin der Unternehmensgruppe Tengelmann.

 

Hintergrund

Der geschäftsführende Gesellschafter der Tengelmann-Gruppe, Karl-Erivan Haub, wird seit Samstag in einem Skigebiet an der schweizerisch-italienischen Grenze vermisst. Das bestätigte eine Tengelmann-Sprecherin am Dienstagabend. „Die Suche läuft auf Hochtouren, wir tun alles, um ihn zu finden“, sagte sie.

Am Samstagmorgen war Haub mit der Seilbahn auf den Berg Klein Matterhorn gefahren. Dann verliert sich die Spur, das Handysignal bricht ab. Der 58-Jährige war ein erfahrener Sportler, trainierte für die Patrouille des Glaciers, das härteste Skirennen der Welt. Deshalb trägt er aber auch nur einen leichten Sportanzug, ist nicht wirklich dick angezogen. Auf den 3800 Meter des Hochgebirges sind aber Minustemperaturen um -15 Grad. „Wir haben berechtigte Chancen mit Sicherheit innerhalb der ersten zwei, drei Tage. Wir haben aber auch jetzt noch eine geringe Chance, die muss man realistisch sehen,“ sagte Dr. Axel Mann, der leitende Rettungsarzt heute in einer Pressekonferenz.

 

Die Suche

Nach Angaben der Kantonspolizei suchen Spezialisten seit Tagen nach dem vermissten 58-Jährigen. Es habe zahlreiche Überflüge mit Hubschraubern gegeben, Bergungsspezialisten hätten sich auch in Gletscherspalten abgeseilt, sagte ein Mitarbeiter der Polizeistation der Kantonspolizei in Zermatt. „Das Gelände ist sehr schwierig, hochalpin und sehr zerklüftet“, sagte er. Allerdings habe es am Dienstag in dem Gebiet geschneit, was die Suche erschwert habe.

Haub habe am Samstag um 16 Uhr eine Verabredung im Schweizer Skiort Zermatt gehabt, sei dort aber nicht erschienen, meldete auch die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Samstagabend habe sein Handy das letzte Signal abgegeben. Haubs Familie habe sich bereiterklärt, mit einer großen Summe die Suche zu finanzieren. Die Suche gestalte sich nach Angaben der italienischen Bergrettung aber schwierig. Grund seien schlechte Sicht und Lawinengefahr.

Tengelmann ist eines der weltweit bedeutendsten Handelsunternehmen. Heute gehören zur Unternehmensgruppe 73 Beteiligungen, die einen Umsatz von etwa 30 Milliarden Euro erwirtschaften und mehr als 215.000 Mitarbeiter beschäftigen. Zum Firmenverbund zählen unter anderen der Textildiscounter Kik und die OBI-Baumärkte.

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