• 03.10.2017
  • 16:30 Uhr

Deutschland feiert Tag der Einheit

Steinmeier beklagt in seiner Rede mehrere Mauern in unserer Gesellschaft.

Mit einem zentralen Festakt in Mainz feiern Politiker und Bürger den Tag der Deutschen Einheit. In der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt sind am Dienstag zahlreiche Spitzenpolitiker erschienen, darunter Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der scheidende Bundestagspräsident Norbert Lammert Bundeskanzlerin Angela Merkel und Berlins Regierungschef Michael Müller.

Frank-Walter Steinmeier hat in einer ausführlichen Rede vor neuen Mauern in der Gesellschaft gewarnt und einen ehrlichen Umgang mit dem Flüchtlingsproblem angemahnt. Die große Mauer, die Deutschland einst geteilt habe, sei gefallen. Aber das Wahlergebnis vom 24. September habe gezeigt, dass „andere Mauern“ entstanden sind. „Mauern aus Entfremdung, Enttäuschung und Wut“ seien bei manchen so fest geworden, dass Argumente nicht mehr durchdrängen.

Steinmeier beklagte auch Mauern zwischen Arm und Reich, zwischen Stadt und Land, zwischen offline und online – „Mauern rund um die Echokammern im Internet, wo der Ton immer lauter und schriller wird“.

Die offiziellen Feiern in Mainz begannen mit einem Besuch des Gutenberg-Museums. Später kommen die Gäste zu einem Festakt in der Rheingoldhalle zusammen. Der Sicherheitsbereich ist abgesperrt. Es werden Hunderte Teilnehmer außerhalb des Geländes zu Demonstrationen erwartet. 4300 Polizisten sind unter strengen Sicherheitsvorkehrungen im Einsatz.

In diesem Jahr richtet Rheinland-Pfalz das 27. Einheitsfest unter dem Motto „Zusammen sind wir Deutschland“ aus. Es ist immer das Land zuständig, das gerade den Präsidenten im Bundesrat stellt.

Auch in Berlin wird wie immer am Brandenburger Tor gefeiert, ebenfalls begleitet von massiven Sicherheitsvorkehrungen.

Tag der Einheit – für viele besonders junge Menschen inzwischen nur noch ein Feiertag. Bei den Älteren ist die Mauer im Kopf oft noch vorhanden, bei den Jüngeren – so würde man vermuten – nicht mehr. Doch auch das kann täuschen. Auch bei der jüngeren Generation gibt es oft noch „dieses Ossi-Wessi-Ding“.

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