Orkan "Xavier" legt den Bahnverkehr in ganz Deutschland lahm

Nach Herbststurm "Xavier" normalisiert sich im Bahnverkehr allmählich die Lage.

Die Deutsche Bahn hofft, dass die Aufräumarbeiten nach dem Orkan größtenteils Anfang der Woche abgeschlossen sein werden. Einige Verbindungen konnten bereits wieder aufgenommen werden, so verkehren zwischen Hamburg und Hannover wieder Züge.

 

 

Die wichtige Ost-West-Verbindung zwischen Berlin und Hannover wurde am Nachmittag freigegeben. Andere Strecken wie die von Berlin nach Hamburg sind weiterhin gesperrt. Umgestürzte Bäume und heruntergerissene Äste hatten nach Angaben der Bahn an mehr als 500 Stellen Schäden in Nord- und Ostdeutschland angerichtet. Über 1.000 Kilometer seien betroffen gewesen.

„Das Problem ist, dass Bäume teilweise durch das nasse Erdreich nachkippen und wir dadurch erneut mit der Kettensäge ranmüssen. Wir arbeiten mit Hochdruck, aber es gibt Unwägbarkeiten. Darum ist eine genaue Prognose leider derzeit noch nicht möglich", sagte eine Sprecherin die Bahn.

Hier eine Liste der Bahn, die zeigt, ab wann welche Strecken wieder befahrbar sind. Hier finden Zugreisende, die ihre Fahrt nicht fortsetzen konnten, auch nützliche Tipps.

Die Bahn spricht von "recht großen Schäden", weshalb auch heute auf einigen Routen noch kein Zugverkehr möglich sein wird.

Der Spuk ist längst vorbei, doch die Folgen sind noch immer spürbar: Knapp einen Tag nach Sturm „Xavier" geht im Bahnverkehr noch immer so gut wie nichts. Besonders betroffen sind Verbindungen im Norden, aber auch von und nach Berlin konnte die Bahn noch nicht alle Strecken wieder freigeben.

 

 

Es werde mit Hochdruck geräumt, sagte Bahnsprecher Achim Stauß dem Fernsehsender Phoenix. „Die Schäden sind doch recht groß."

So besteht noch immer kein Zugverkehr auf den Strecken Berlin-Hannover und Hamburg-Hannover. Diese Verbindungen sollen laut Bahn am Samstag wieder aufgenommen werden. Die Verbindung zwischen Berlin und Hamburg wird demnach erst vom 9. Oktober an wieder befahrbar sein. Die Strecke sei besonders schwer von dem Sturmtief betroffen, hieß es.
Fahrscheine länger gültig

ICE und Intercitys von Berlin in Richtung Frankfurt, Mannheim und München werden vorerst weit umgeleitet und halten aktuell nicht in Kassel-Wilhelmshöhe, Göttingen, Hildesheim, Braunschweig und Wolfsburg. Die Strecke von Berlin nach Leipzig ist mit Einschränkungen befahrbar.

 

 

Einen Trost gibt es aber für Betroffene: Die Deutsche Bahn verlängerte die Gültigkeit von Fahrscheinen. Alle Tickets für die betroffenen Verbindungen können nun bis 15. Oktober genutzt werden. Das gilt nach Angaben des Unternehmens auch für Fahrkarten mit Zugbindung. 

Die Bahn hat zudem eine kostenlose Sondertelefonnummer 08000996633 für Reiseauskünfte geschaltet.

Orkanböen hatten gestern in kürzester Zeit schwere Schäden angerichtet und deutschlandweit sieben Menschen getötet.

„Xavier“: Bahnverkehr noch immer lahmgelegt

Hunderte Menschen saßen über Nacht auf den Bahnhöfen fest.

Ein Tag nach Sturmtief „Xavier" müssen viele Reisende und Pendler noch immer geduldig darauf warten, dass sich der Bahnverkehr wieder in Gang setzt. Zugausfälle, erhebliche Verspätungen und lange Wartezeiten an den Bahnhöfen sind weiterhin zu erwarten.

Ein Sprecher sagte der dpa, dass sich die Einstellung des Zugverkehrs im Norden und Nordosten Deutschlands auch auf die Streckennetze bundesweit auswirken könnte. Fahrgäste sollten also möglichst viel Geduld mitbringen.

 

 

„Strecken, auf denen wir am Abend nicht mehr gefahren sind, werden wir auch am Morgen gar nicht oder nur eingeschränkt befahren können" so der Sprecher.

 

 

Die Deutsche Bahn stellte den Zugverkehr in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen, in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns sowie die wichtigen Fernverkehrsstrecken Berlin-Hamburg sowie Berlin-Hannover ein. Bei mehreren Flughäfen war der Betrieb beeinträchtigt. Der öffentliche Nahverkehr in der Hauptstadt war zwischenzeitlich komplett lahmgelegt.

Die Nacht verbrachten viele Gestrandete in Hotels oder in Übernachtungszügen, die die Bahn zur Verfügung stellte, unter anderem an den Hauptbahnhöfen in Köln, Dortmund, Bielefeld, Düsseldorf, Leipzig, Hamburg und Hannover.

 

 

Flugreisende mussten ebenfalls Einschränkungen hinnehmen. Wegen des heftigen Sturms mussten im Norden etliche Verbindungen ausfallen. Der Flughafen Bremen meldete drei gestrichene Flüge von und nach Amsterdam sowie eine abgesagte Maschine aus Istanbul. Auch in Hannover fielen Verbindungen aus.

Unter anderem rückte die Feuerwehr in Berlin am Donnerstag knapp 1500 Mal wegen „Xavier" aus. Die Aufräumarbeiten in der Stadt und auf den Straßen liefen in der Nacht auf Hochtouren.