• 25.05.2018
  • 11:28 Uhr

Baby totgeschüttelt: Freispruch für Playstation-Papa

Wer für den Tod des Kindes verantwortlich ist, bleibt offen.

Im Prozess um das zu Tode geschüttelte Baby hat das Landgericht Bückeburg das Urteil gefällt: Freispruch für den angeklagten Vater. Noch zum Prozessauftakt hatte die Staatsanwaltschaft ihm vorgeworfen, den drei Monate alten Säugling Elias im November 2017 so stark geschüttelt zu haben, dass das Kind Hirnblutungen erlitt und trotz einer Notoperation starb. Die Anklage lautete auf darum auf Totschlag.

Die Polizei stellte im Prozess zudem Vermutung auf, der Vater Dominik R. (23) habe durch intensives Spielen des Online-Rollenspiels „Dead by Daylight“ seine Emotionen nicht mehr unter Kontrolle gehabt und habe deswegen Gewalt gegen das schreiende Kind angewendet.

R. hatte aber schon zum Prozessstart bestritten, sein Kind geschüttelt zu haben und wies den Tatvorwurf zurück. Vielmehr soll es dem Kind aufgrund einer Impfung immer schlechter gegangen sein.

Vor zwei Tagen war Dominik R. aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Denn nach Ansicht des Gerichts war es nicht wahrscheinlich, dass R. das zum Tode führende Schütteln nachgewiesen werden könne. Auch andere mögliche Verursacher könnten dafür in Frage kommen.

Ein rechtsmedizinisches Gutachten belegt diese Annahme. So sollen die Hirnverletzungen Säuglings von zeitlich versetzten Ereignissen stammen. Eine Ärztin sagte zum Prozessauftakt aus, dass neben dem Vater auch die Mutter, deren Schwester und die Großmutter zeitweise mit dem kleinen Jungen allein gewesen wären.

Dessen Tod haben offenbar mehrere Personenverursacht. Nur kann man sie vorerst nicht juristisch belangen.

Ob noch gegen weitere Mitglieder der Familie ermittelt wird, muss nun die Staatsanwaltschaft entscheiden.

  • 16.05.2018
  • 16:34 Uhr

Totgeschüttelt wegen eines Playstation-Spiels?

Ein Vater soll sein Kind totgeschüttelt haben, die Familie nimmt ihn in Schutz.

Dominik R. vor dem Landgericht Bückeburg. Die Anklage lautet "Totschlag".

Der 23-jährige Dominik R. muss sich seit Mittwoch vor dem Landgericht Bückeburg verantworten. Der Vorwurf gegen ihn: Er soll seinen drei Monate alten Sohn Julian Elias im November 2017 stark geschüttelt haben. Die Diagnose nach einer Notoperation im Krankenhaus: Shaken Baby Syndrom. Julian Elias verstarb kurze Zeit später.

Der Vater bestreitet den Vorwurf. Dem Kind sei es nach einer Impfung immer schlechter gegangen, das sei die Todesursache.

Auch die 21-jährige Mutter des Kindes hält zu ihrem Lebensgefährten.

Sie war zur mutmaßlichen Tatzeit nicht zuhause. Als sie nach ihrer Rückkehr nach dem Kind schauen wollte, machte ihr Sohn einen leblosen Eindruck und sie verständigte den Notarzt. Nach der Operation standen die Chancen für den kleinen Julian Elias zunächst nicht schlecht. Am nächsten Tag durften die Eltern dann nicht mehr zu ihm.

In der „Bild“ sagt die Mutter des Babys: „Man hat uns Vorwürfe gemacht, deswegen durften wir auch nicht zu ihm. Es ist schon schlimm, sein Kind zu verlieren und dann wird einem noch so etwas vorgeworfen, das ist das schlimmste, was es gibt.“ Doch die Aussagen der jungen Eltern widersprechen der Diagnose der Ärzte. Die Staatsanwaltschaft ist sich sicher: Der Vater hat das Baby totgeschüttelt.

Auch gegen die Mutter wird ermittelt, angeklagt ist sie aber nicht.

Die Polizei stellt im Prozess außerdem eine beunruhigende Vermutung auf: Dominik R. habe durch intensives Spielen des Online-Rollenspiels „Dead by Daylight“ seine Emotionen nicht mehr unter Kontrolle gehabt. Die ständige Flucht vor einem fiktiven Killer erfordere ein „hohes Maß an emotionaler Einbindung des Spielenden“.

In der Gerichtsakte gibt es außerdem den Vorwurf, dass sowohl Vater als auch Mutter durch häufiges Playstationspielen ihr Kind vernachlässigt haben. Die Mutter bestreitet das. Für den Prozess sind noch drei weitere Verhandlungstage angesetzt.

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