• 11.09.2017
  • 11:14 Uhr

Hussein K.: „Ja, ich habe Maria vergewaltigt“

Geständnis am Landgericht Freiburg.

Zweiter Prozesstag – zweite Aussage von Hussein K.: Der Angeklagte im Mordfall Maria L. hat gestanden, die Studentin im Oktober 2016 vergewaltigt, gewürgt und bewusstlos ins Wasser des Flusses Dreisam gelegt zu haben. Dort war die 19-Jährige ertrunken.

Er sei bei der Tat betrunken und bekifft gewesen, so Hussein K. heute vor Gericht. Maria L. bezeichnete er als Zufallsopfer. Er habe sie vom Fahrrad gestoßen und erst danach gemerkt, dass es sich um eine Frau handelt. „Es ist in meinen Kopf gegangen: Komm, mach mal mit ihr Sex.“ Das sei ihm nicht gelungen, deshalb habe er sie mit der Hand missbraucht. Angeblich um eigene Blutspuren abzuwaschen, habe er Maria dann in den Fluss gezerrt. Dann sei er geflohen.

Der Angeklagte sagte vor Gericht, zur Tatzeit sei es ihm schlecht gegangen, Freunde hätten ihn in Freiburg allein gelassen. Immerhin zeigt er Reue: „Ich möchte mich für den Vorfall bei der Familie entschuldigen.“

Hussein K. war 2015 ohne Pass als Flüchtling nach Deutschland eingereist – damals hatte er behauptet, 16 Jahre alt gewesen zu sein. Am ersten Prozesstag Anfang September gestand er dann, bei seinem Alter gelogen zu haben. Er sei bei der Ankunft in Deutschland volljährig gewesen. Als Minderjähriger habe er sich allerdings größere Bleibechancen versprochen.

  • 05.09.2017
  • 15:35 Uhr

Mord an Maria L.: Er biss ihr in Kopf und Brust

Hussein K. muss sich wegen der mutmaßlichen Vergewaltigung und Ermordung von Maria L. vor Gericht verantworten.

Er setzt sich und blickt stets zu Boden. Er wirkt schläfrig und teilnahmslos. Auf die Frage des Gerichts, wie es ihm gehe, antwortet er: „Ich habe nichts zu erzählen, nichts zu sagen.“

Dann die Überraschung: Der Angeklagte wolle nun doch umfassend aussagen – auch zum Tathergang selbst, erklärt sein Verteidiger. „Er hat sich kurzfristig entschlossen.“

Anklage mit grauenvollen Details

Wie der junge Flüchtling die 19-jährige Studentin aus Freiburg, die nach einer Party mitten in der Nacht nach Hause radelt, abrupt anhält. Wie er sie vom Rad reißt. Wie er sie sofort zu würgen beginnt. Wie er sie in Brust und Wange beißt. Wie er die schon halb besinnungslose Frau vom Radweg am Fluss Dreisam auf einen unbeleuchteten Grasstreifen zerrt. Wie er sie entkleidet. Wie er sie immer weiter würgt und schließlich mehrfach vergewaltigt.

Ein Wunder, dass sie da nicht schon tot war, deutet der Staatsanwalt an. Dann habe K. die hilflose Frau so in das flache Ufergewässer des Flusses Dreisam gelegt, dass das Wasser Mund und Nase des Opfers bedeckte. Maria L. ertrank.

Wie alt ist der Angeklagte?

Was Hussein K. am ersten Prozesstag aussagte, sorgte bei Gericht für Verwirrung.  Der Flüchtling gab, an aus Afghanistan zu stammen und bei seiner Einreise 2015 nach Deutschland 18 gewesen zu sein. Er habe sich absichtlich jünger gemacht und behauptet, er sei erst 16 Jahre alt, so K.. Andere Flüchtlinge hätten ihm dazu geraten: „Wenn Du unter 18 bist, ist die Situation besser.“

Beide Altersvarianten stellte der Staatsanwalt infrage – zumal der Flüchtling auch noch sagte: „Ich heiße Hussein, bin 19 Jahre alt und Afghane.“ Trotz mehrfacher Nachfrage ließ sich der Widerspruch zum Alter nicht auflösen.

Die Staatsanwaltschaft hält ihn für mindestens 22 Jahre alt. Zwei Gutachten sollen im Laufe des Prozesses dies untermauern. Für wie alt die Justiz Hussein K. hält, kann große Folgen für das Strafmaß haben.

Der Staatsanwalt kündigte an, bei einem Schuldspruch die Sicherungsverwahrung beantragen zu wollen.

  • 15.12.2016
  • 20:19 Uhr

Wegen Hussein K.: Deutsche streiten mit Griechen

Der mutmaßliche Mörder von Maria L. saß schon in Griechenland im Knast - kam aber früh wieder frei.

Der Mord an der Studentin Maria L. wird jetzt sogar zu einem Fall mit politischer Dimension. Die Bundesregierung hat heute Griechenland beschuldigt: Ihr habt geschlampt. Denn Hussein K., der mutmaßliche Täter, war wegen versuchten Totschlags in Griechenland zu 10 Jahren Haft verurteilt worden, wurde dann aber nach nur eineinhalb Jahren freigelassen, konnte untertauchen und nach Deutschland flüchten. Hier bemerkte niemand, dass man es mit einem Straftäter zu tun hat. Denn: Die Griechen ließen nicht international nach ihm fahnden.

  • 15.12.2016
  • 08:03 Uhr

Bestätigt: Hussein K. schon in Griechenland straffällig

Das hat jetzt ein Vergleich der Fingerabdrücke ergeben. Unklar ist indes sein tatsächliches Alter.

Fingerabdrücke weisen darauf hin, dass der Verdächtige im Mordfall an der Freiburger Studentin Maria L. schon zuvor in Griechenland ein Gewaltverbrechen an einer jungen Frau begangen hat. „Es handelt sich um ein und den selben Täter“, sagte eine Polizeisprecherin. Das habe ein Abgleich der Fingerabdrücke mit denen in einer griechischen Datenbank ergeben. 

Hussein K. sei im Mai 2013 wegen versuchten Totschlags zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Ende Oktober 2015 sei er dann mit Meldeauflagen auf Bewährung entlassen worden. Sollte sich der Sachverhalt so bestätigen, müsse man den griechischen Behörden Vorsatz unterstellen, kritisierte der SPD-Innenexperte Burkhard Lischka in der ‚Rheinischen Post‘.

Zudem ist der Verdächtige laut seinem in Griechenland vorgelegten Pass älter als 17 Jahre – mit diesem Alter ist er in Deutschland registriert. Den Daten der griechischen Behörden nach wurde er aber am 1. Januar 1996 geboren. Demnach wäre er schon 20 Jahre alt. Bei seiner Einreise nach Deutschland 2015 hatte er sich als 16-Jähriger vorgestellt. Hintergrund der Altersfrage ist, ob der Fall in Freiburg nach Jugendstrafrecht verhandelt wird.

  • 14.12.2016
  • 12:02 Uhr

Fall Maria L.: Ist Hussein K. Wiederholungstäter?

Der mutmaßliche Mörder soll schon 2013 eine Studentin überfallen und schwer verletzt haben.

Zum Tatverdächtigen im Mordfall Maria L. aus Freiburg gibt es neue Infos: So soll der Asylbewerber schon im 2013 eine 20-jährige Studentin aus Griechenland überfallen und diese dann eine Klippe hinabgestürzt haben. Die Gewalttat ereignete sich auf der Insel Korfu. Demnach wurde der Angeklagte zu zehn Jahren Haft verurteilt, doch nach etwa anderthalb Jahren soll er wieder freigekommen sein. Als unbegleiteter Flüchtling kam er dann 2015 nach Deutschland.

Ausgerechnet seine griechische Anwältin hat das Foto von Hussein K. in den Nachrichten gesehen und ihn so wiedererkannt. „Ja, das ist der junge Mann, den ich 2013 verteidigt habe. Ich habe keine Zweifel“, so die Rechtsanwältin Maria-Eleni Nikopoulou. Hussein K. hat verschiedene Tattoos am Körper. Ob der junge Mann aus Griechenland dieselben hatte, konnte die Anwältin nicht bestätigen.

Hussein K. soll sich mittlerweile in einem Gefängniskrankenhaus befinden. Er hatte mehrfach gedroht, sich etwas anzutun.

 

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