• 16.04.2018
  • 16:22 Uhr

19-Jährige in Fanzug vergewaltigt: Täter stellt sich

Die Tat soll sich in einem Zug mit Fußballfans auf der Rückreise vom Spiel Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach ereignet haben.

„Wir kennen seinen Aufenthaltsort nicht“, sagte noch heute Morgen ein Polizeisprecher. Jetzt hat sich der flüchtige Mann aus dem Raum Mönchengladbach aber selbst gestellt : Der Deutsch-Pole meldete sich zum Haftantritt bei der Justizvollzugsanstalt Moers in Nordrhein-Westfalen, bestätigte ein Polizeisprecher. Der 30-Jährige hat aktuell offenbar noch eine Haftstrafe wegen Körperverletzung zu verbüßen. Gleichzeitig habe sein Anwalt bei der Polizei angerufen und gesagt, dass sich sein Mandant zu der Tat äußern werde.

Das Opfer – eine 19 Jahre alte Frau – habe man bisher noch nicht ausführlich vernommen. Sie war am frühen Sonntagmorgen von der Polizei im hessischen Flörsheim am Bahnhof in Empfang genommen, zunächst kurz befragt und dann in eine Wiesbadener Klinik gebracht worden. „Wir haben veranlasst, dass sie vernommen wird, sobald sie dazu fähig ist. Das ist bisher noch nicht erfolgt.“

19-Jährige rief noch aus dem Fußballzug Eltern an

Ereignet hat sich die Tat in einem Sonderzug, der rund 750 Fans des Fußballvereins Borussia Mönchengladbach nach dem 5:1 verlorenen Auswärtspiel gegen Bayern München am späten Samstagabend wieder nach Hause bringen sollte. Dort zerrte sie der Täter auf die Toilette und vergewaltigte sie. Nach der Tat rief die junge Frau ihre Eltern an, die sofort die Polizei informierten. Das Opfer konnte den Täter gut beschreiben, außerdem hatte ein anderer Fahrgast die beiden kurz vor der Tat gemeinsam fotografiert. Das Foto wurde der Polizei nach eigenen Angaben aber erst nach den Massenkontrollen an Bahnhöfen in Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zugespielt. Seitdem wird nach dem Verdächtigen gesucht.

Wer hat eigentlich die Kontrolle in solchen Zügen?

Der Verein zeigte sich nach Bekanntwerden der Tat entsetzt: „Wir hoffen, dass der Täter ermittelt und zur Rechenschaft gezogen wird. Es ist eine Schande, dass Borussia mit einer solchen Tat in Verbindung gebracht wird“, sagte Geschäftsführer Stephan Schippers. „Wenn wir als Verein in irgendeiner Form bei der Aufklärung der Tat mithelfen können, werden wir das selbstverständlich tun.“

„Der Zug war privat organisiert – das heißt, nicht vom Verein und auch nicht vom Fanprojekt“, betonte Markus Aretz, Pressesprecher von Borussia Mönchengladbach. Er soll aber nach dpa-Informationen von einem Schweizer Bahn-Unternehmen gestellt worden sein. Für die Sicherheit in Fußball-Sonderzügen ist nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) vor allem das Unternehmen verantwortlich, das die Fans befördert. Entweder müsse dieses eigenes Personal bereitstellen oder einem angemieteten Sicherheitsdienst. „Auch in Sonderzügen gelten Gesetze und Normen“, betonte der GdP-Bundesvize. Es handele sich nicht um rechtsfreie Räume. Bei Straftaten wie zum Beispiel gravierenden Sachbeschädigungen greife die Polizei ein. Außerdem kontrolliere vor allem die Bundespolizei die Fanzüge bei Abfahrt und Ankunft.

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